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Gruppe XII. Graphische Künste.
Lorilleux. Wie wir bereits erwähnten, hatte er neben Farben aucheine Anzahl von illustrirten Werken ausgestellt, die mit seiner Farbegedruckt sind; sie beweisen zur Genüge, dass er Vortreffliches liefernkann. Die Proben, die er eigens hatte anfertigen lassen, waren jedochweniger befriedigend ausgefallen. Die Farben hatten etwas Hartesund Tröcknes; wir möchten fast den deutschen Farben den Vorzuggeben, sowohl vor den französischen als vor den englischen, welchedurch A. B. Fleming &Co. in Leith ausgestellt waren. Der bläulicheTon der englischen Farben hat zwar etwas Bestechendes, namentlich beidem Druck von Bildern, die auf Lichtcontraste berechnet sind, zugleichaber auch etwas Kaltes. Fleming nennt sich selbst die grössteFabrik der Welt, ob mit Recht, wissen wir nicht. Vorzüglich durch-gearbeitet sind seine Fabrikate. Ausser Farben in natura zeigte dieFirma noch mancherlei Druckproben, darunter eine polyglotte Empfeh-lung und eine Festschrift zum 100jährigen Geburtsfest Walter Scott’s,eine Geschichte der mit der Wirksamkeit des Genannten so eng ver-knüpften Bdllcmtyne-Press. Fleming legt besonderes Gewicht auf dieFabrikation einer ausserordentlich billigen dabei guten Zeitungsfarbe.Einige seiner Runten Farben sind sehr schön. Aus England sindnoch zu erwähnen Cornelissen & Talle in London, namentlich mitbunten Steindruckfarben, und D. Bewicke & Co. ebendaselbst.
Die Walzen. Bei allen Vorzügen der neuen, namentlich der grossenMaschinen würde doch eine anscheinende Kleinigkeit im Stande sein,den Nutzen derselben wesentlich zu schmälern. So enorm wie derGewinn war, als die Leim- und Syrupwalze den Ballen ablöste, so würdeman jetzt, allein auf diese Walzen angewiesen, doch mit grossenSchwierigkeiten zu kämpfen haben.
Welcher Buchdrucker kennt nicht die Noth mit den Walzen.Bald sind sie geschwunden, hart wie Stein geworden und nehmen dieFarbe nicht an; bald sind sie so weich, dass sich die Formen mit Massevollsetzen; bald müssen sie an dem glühenden Ofen gedreht oder mitPapierfidibussen angewärmt, bald mit Sägespänen abgerieben, geschabt,gewaschen, kalt gestellt, schliesslich umgegossen werden, und zwarunter grossem Verlust durch klumpig gewordene Masse.
Wie musste also der Mund den Buchdruckern wässerig werdendurch die Ankündigung von Walzen, die nicht schwinden, die Jahrelang sich halten, wochenlang nicht gereinigt werden, den Einflüssender Witterung nicht unterliegen und die mit wenig Verlust umge-schmolzen werden können. Und wie mussten die Buchdrucker sichfreuen, als dies Alles sich wirklich als Wahrheit und nicht als Hum-bug erwies. In der That, die Einführung der Walzen von englischer