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Das typographische und lithographische Material.
hergestellte feinste Illustrationsfarbe. Auch in den bunten Farbenzeigt sich eine grosse Verschiedenheit der Preise, während z. B. einPfund Zinnoberroth schon für 20 Sgr. zu haben ist, kostet ein PfundCarminroth bis zu 20 Thlr. Die Fabrikation solcher bunten Farben hateinen grossen Aufschwung genommen. Während früher der Verbrauchsich hauptsächlich auf rothe Farbe beschränkte, hat J&tzt der Geschmackan bunten Arbeiten, genährt durch die Zweifarben-Buchdruckmaschineund die lithographische Schnellpresse, ausserordentlich dazu beigetragen,den Verbrauch zu steigern. Fast jede Buchdruckerei kommt in dieLage, farbige Arbeiten liefern zu müssen, die sie, wenn sie es auchgern möchte, nicht wohl abweisen kann. Für solche Geschäfte war esausserordentlich erschwerend, die kleinen Quantitäten bunter Farbenselbst anreiben zu müssen; sie eingerieben zu beziehen, hat den Nach-theil, dass sie bei längerem Stehen sich mit einer dicken Haut über-ziehen. Es wird deshalb eine Neuheit, die in den Handel gebrachtwurde, falls sie sich bewährt, von Wichtigkeit sein, nämlich die Farbeals einen dicken Teig zu liefern, der sich Jahre lang geschmeidig er-hält und der vor der Verwendung nur eines leichten Anreibens unterZusatz der nöthigen Quantität von Firniss bedarf, um die gehörigeFlüssigkeit zu erlangen. Auch der Anfertigung der Copirfarbe, d. h.einer Farbe, die es ermöglicht, das mit dieser Gedruckte zusammen mitdem mittelst Copirdinte Hineingeschriebenen abzudrucken, wird in neue-rer Zeit grosse Aufmerksamkeit geschenkt.
Als Probe ihrer vorzüglichen lithographischen und Kupferdruck-farben hatten Gebr. Hänlein aus Nürnberg Drucke ausgehangen;ausserdem waren repräsentirt: Rob. Gysae in Oberlössnitz und Alb.M. Käst aus Stuttgart.
Aus Oest erreich war F. Wüste in Pfaffstätten bei Baden der einzigeAussteller; seine Fabrikate werden von vielen Wiener Buchdruckereienals preiswürdig und gut gelobt. Aus Belgien ist zu erwähnen J. II.Vanl oey-Nouri aus Brüssel. Die mit seinen ausgestellten Farbenin Wiener Druckereien seitens der Jury angestellten Proben fielenbefriedigend aus. In Frankreich theilen sich A. Lefranc in Parisund Ch. Lorilleux fils aine in Puteaux und Paris in den Ruhm, diebesten Farben zu liefern. Von den Genannten hatte Lorilleux aus-gestellt, ausserdem Prudon & Co. in Jvry und F. Garde, Letzterernur mittelst Druckproben. Das 1818 gegründeteEtablissement Loril-leux’s ist eine der grossartigsten und am rationellsten betriebenenFabriken. Eine Dampfmaschine von 100 Pferdekräften setzt den zurBearbeitung der Farben und Firnisse nöthigen Apparat von 80 Maschi-nen in Bewegung. Der Russ wird in der eigenen Fabrik zu Nanterregewonnen. Ausserhalb Frankreichs beziehen sehr viele Buchdruckereienin Belgien, Holland, der Schweiz, Italien und Spanien ihren Bedarf von