Druckschrift 
1 (1874)
Entstehung
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Das typographische und lithographische Material.

wird dadurch erhöht, dass der Druck genügend ist, um zehn gute Ab-drücke auf einmal zu liefern, wozu natürlich zehn Bogen Schreib- undebenso viele Bogen Farbenpapier nöthig sind. Durch elektrische Ver-bindung mehrerer Ajsparate lässt sich die Zahl der Vervielfältigungennoch bedeutend steigern. Der Erfinder verwendet, um die Zahl derStifte möglichst zu beschränken und damit die Leichtigkeit des Arbei-tens zu vermehren, für gewöhnlich nur Antiquaversalien und zwar dieLapidarschrift mit Strichen von einerlei Stärke. Wir sahen complicirteRechnungen mit Liniensatz, der so genau gestellt war, wie ihn nurein geschickter Setzer ausschliessen kann. Die Hoffnungen, die HerrR. Mailing-Hansen noch an diesen Apparat knüpft, z. B. die Möglichkeitder Herstellung von Matern für Stereotypplatten, indem man die Buch-stabenstempelin eine Masse hineindrückt, werden sich schwerlich in derPraxis realisiren, so wenig wie der in Paris ausgestellte Matrix-Compositor des Herrn John E. Sweet inNewyork eine Bedeutungerlangt hat. Doch hat die Schreibkugel schon mit ihren jetzigenLeistungen Werth genug, um das Interesse zu rechtfertigen, mit wel-chem sie in Wien betrachtet wurde.

Die Druckfarben. Die Erzeugnisse der Buch- und Steindruck-farbenfabrikanten, die auf den guten Erfolg der Arbeiten der Buch- undSteindrucker einen so wesentlichen Einfluss üben, waren auf der Aus-stellung so zu sagen heimathlos. Nach Gutdünken der Aussteller be-fanden sie sich zum Theil in der 5. Section der III. Gruppe, theils inder XII. Gruppe und wurden ebenfalls nach Wunsch der Aussteller baldvon der Jury der einen, bald der anderen Gruppe beurtheilt; ein für dieSache im Allgemeinen wie für das Interesse des Einzelnen gewissnicht Vortheil bringendes Verfahren. Nimmt man Rücksicht auf dieUrstoffe, so liess sich ja nichts gegen die Unterbringung der Buch-druckfarben in Gruppe III. einwenden, sie hätten dann aber auchalle dort bleiben sollen. Hatte man aber die Praxis und den innigenZusammenhang mit der XII. Gruppe vor Augen, so wäre es sicherlichbesser gewesen, alle Druckfarbenfabrikanten den Ausstellern in dieserGruppe anzureihen, namentlich da die an und für sich kleine Zahl eineZersplitterung noch fühlbarer machte.

Die Zeit, wo jeder Buchdrucker sich seinen Firniss selbst kochteund seine Farbe seihst mischte, ist eine hinter uns liegende, und dieFälle, in welchen dieser Brauch noch aufrecht erhalten wird, gehörenjetzt ebenso sehr zu den Seltenheiten, wie einst die Farbenfabriken.Die Zeit, wo namentlich die deutschen Fabrikate mit einem zum Theilnicht ungerechtfertigten Misstrauen betrachtet wurden, wird wohl nochden altern Buchdruckern in Erinnerung sein. Jetzt besitzt Deutsch-