Das typographische und lithographische Material. 723
1872, jedoch nicht gerade befriedigend, was vielleicht an ungeschältenArbeitern lag. Sie ist für zwei auf einander folgende Schriftgrösseneingerichtet und fasst 60 000 bis 70 000 Typen. Ein geübter Arbeitersoll es bis auf 7500 n in der Stunde bringen können. Aber wie vielegehen davon ab, wenn Verstopfungen der Rinnen und andere Hemm-nisse eintreten.
Die Hatter sley-Maschine soll jetzt in das Stadium einer gewissenVollkommenheit getreten sein und wird, wenn auch erst nach geschlos-sener Ausstellung, zur Anschauung in Wien gebracht werden. Sie be-ruht ebenfalls wie die Kastenbein’sehe Erfindung auf einem Systemvon Rinnen und Tasten, von welchen letztere beim Anschlägen derClaviatur eine der betreffenden Rinnen öffnen, durch welche dann derBuchstabe durchschlüpft.
Einen ganz anderen Weg schlug Herr Alex. Mackie ein. Dieser,ein praktischer Buchdrucker in Warrington, einem Städtchen halbwegszwischen Manchester und Liverpool, ausserdem ziemlich in dem Centrumeines Kreises von kleineren blühenden Städten liegend, hatte den glück-lichen Gedanken gefasst, in seinem Centrum, Warrington, eine Anzahlvon Zeitungen, für jede Stadt des Umkreises seines Cirkels eine, zudrucken, die in dem allgemeinen und in dem leitenden Theile gleichwaren, aber Local- und Districtsnachrichten nebst Anzeigen für jedeStadt besonders enthielten. Hierdurch wurde Herr Mackie daraufgebracht, seine Gedanken auf die schnellste Herstellung zu richten. Erersann eine Setzmaschine ganz eigenthümlicher Construction, oder viel-mehr drei Maschinen, nämlich eine", wenn wir so sagen dürfen, Manu-scriptmaschine, welche für jeden Buchstaben nach gewissen Regelnein Loch in einen Papierstreifen perforirt; dann eine Setzmaschine,in welche der perforirte Streifen eingeschoben wird, worauf ein durchDrehen in Bewegung gesetztes Hebelwerk jedesmal, wenn ein Loch indem Papierstreifen ein Loch auf der Walze, über welche der Streifengeführt wird, deckt, einen Stift herunterdrückt, wodurch ein Buchstabeaus seinem Behälter herausfällt, um auf einer Gleitschiene dem Winkel-haken zugeführt zu werden. Selbstverständlich beruht Alles auf derStellung der Löcher in dem Streifen, damit der richtige Stift in dasrichtige Loch einfällt, wie etwa der Stift der Spieldosenwalze die denrichtigen Ton gebende Metallfeder trifft. Die Detailbeschreibung würdezu weit führen. Die dritte Maschine ist die Ablegemaschine, überdie jedoch wenig verlautet. Im Princip hat Mackie’s Maschine aller-dings grosse Vorzüge. Sie ist vollständig automatisch und die mensch-liche Thätigkeit ist nur auf die Perforirmaschine concentrirt. DasManu-script kann gleichzeitig von mehreren Arbeitenden hergestellt werdenund zwar mit einer Schnelligkeit von 8000 bis 10 000 Buchstaben inder Stunde. 14 Stifte des Perforirwerks genügen für die Herstellung140 verschiedener Buchstaben, es können mehrere Exemplare des per-
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