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1 (1874)
Entstehung
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Gruppe XII.. Graphische Künste.

Die Setzmaschinen. Wir sahen aus dem Obigen, dass fast alleVerbesserungen dem Druck zu Gute kamen. Die Methode des Setzensund das Wesen der Typen sind in allen hauptsächlichen Punkten die-selben geblieben, wie im ersten Säculum der Typographie. Die Hoff-nungen, die man auf das mechanische Setzen mittelst der Setzmaschinebaute, haben sich bis jetzt nur zum kleinsten Theile verwirklicht unddas Problem einer wahrhaft praktischen Setzmaschine harrt noch der Lö-sung, und wird man noch ferner auf sie warten müssen, obwohl in jedemJahre mehrmals die Kunde durch die Zeitungen läuft, jetzt sei wirklichdas Problem gelöst. In dem Augenblick, wo wir dies niederschreiben,ertönt diese Nachricht aus Ilfeld, einem Städtchen in Thüringen. Wenneine Erfindung im 19. Jahrhundert nicht innerhalb 25 Jahren zu einemgewissen Abschluss gekommen ist, so kann man ziemlich überzeugt sein,dass auch weitere 25 Jahre die Sache nicht sonderlich vorwärts bringenwerden. In der Regel liegt dann das Misslingen darin, dass ein Ele-ment mit hineingezogen wird, mit dem sich nicht rechnen lässt. Wieman mit dem Luftballon zwar steigen und fallen, aber nicht nach Regelnvon Osten oder Westen gen Norden oder Süden das Luftschiff dirigirenkann, so kann man mit der Setzmaschine zwar ins Unendliche fort dieTypen an einander reihen, es lassen sich auch die einzelnen Bestand-theile dieser Reihe durch die Ablegemaschine wieder in die frühereLage versetzen, aber man kann nicht Zeilen brechen, aussperren, engermachen, Worte hervorheben u. s. w., mit einem Worte, man kann nichtmit der Maschine denken.

Die erste Bedingung für das Reüssiren der Setzmaschine wäre einganz neues Typensystem, mit Charakteren auf gleichmässig grossenKörpern, z. B. Gevierten oder Halbgevierten, dann die Beseitigung derVersalien und der Ligaturen; ferner müsste man das Recht haben, eineZeile ohne Rücksicht auf Silben brechen zu dürfen oder den Schlussder Zeile, in welche nicht noch eine Silbe hineingeht, mit Ausschluss-stücken auszufüllen, da wäre die Sache in Betreff des einfachen Satzesnicht gerade die schwierigste. Aber wo bleibt nun, wenn das Sperren undZusammenziehen nicht thunlich ist, dieMögliehkeit,Correcturen anzubrin-gen und verschiedene Schriften neben einander zu verwenden? Kurz,inner-halb enger Grenzen mag die Setzmaschine ihren Nutzen haben; doch ge-rade da, wo man sie am liebsten anwenden möchte, beim Zeitungssatz, ist,wie auch früher angedeutet wurde, der Werth ein sehr problematischer;in den meisten Fällen werden dieselben Menschen, die bei der Setz-maschine beschäftigt sind, mehr leisten, wenn sie selbstständig arbeiten.

Von den drei in Europa zur Verwendung kommenden Systemensind es namentlich die von Carl Kastenbein aus Cassel, jetzt inAmerika, R o b. II a 11 e r s 1 e y und Alex.Mackie, welche Erwähnung ver-dienen. Kastenbeins Erfindung ist Eigenthum der Tfmes-Druckereigeworden. Seine Maschinen arbeiteten auf der Ausstellung in London