Druckschrift 
1 (1874)
Entstehung
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Gruppe XII. Graphische Künste.

Wir erwähnen noch die Correcturabziehpressen für Spaltsatz,die in verschiedenen Gonstructionen geliefert werden; durch Fritz-necke mit einem auf Schienen laufenden mit Filz überzogenen Oy linder;von A. Hogenforst in Leipzig mit Tiegeldruck. Zum Abziehen vonHolzschnitten liefern Süss & Br nnow eipe zweckmässige kleine Presse.

Die Stereotypie. Die fortwährend steigende Ausdehnung desDruckbetriebes durch Schnellpressen, namentlich grössten Formats, mussteeinen wesentlichen Einfluss auf die Fabrikation aller Maschinen undUtensilien üben, welche zur Herstellung der Stereotypen, zum Feuchten,Glätten und Falzen des Papiers, zum Abziehen der Correcturen, zurAnfertigung der Walzen und dergleichen mehr dienen.

Der Stereotypie fiel die Aufgabe zu, neue Giessinstrumente zuconstruiren, deren Boden und Deckel zwar wie bisher parallel mit ein-ander laufen, jedoch in Segmentfoim, nicht wie sonst in der Ebene.Die Papiermatern werden wie gewöhnlich geschlagen, in einer durchDampf geheizten Presse und auf warmen Platten getrocknet. Die Materwird wie eine gebogene Pappe auf den Boden des gerundeten Giess-instrumentes gelegt, der Deckel zugemacht und die Platte in üblicherWeise entweder voll oder auf Rippen ruhend gegossen. Der lange Angusswird mittelst der Kreissäge in einem Moment abgetrennt, die Plattein weniger als einer Minute durch ein Hobel- und Presswerk justirtund zum Einsetzen in den schwalbenschwanzartigen Halter auf demCylinder fertig gemacht. Die ganze, zum Schlagen und Trocknen derMater, Giessen .und Zurichten der Platten nöthige Zeit beträgt etwa25 Minuten. Wenige Augenblicke vergehen noch und die letzte dervier oder acht Stereotypen ruht auf dem Cylinder; die Pfeife ertönt undfort braust der Zug!

Die Papierstereotypie gewährt den ausserordentlichen Vortheil,dass Druckereien mit Leichtigkeit und wenigen Kosten sie mit ihrenOffieinen verbinden können. Sie sollte in keinem Geschäft von nureiniger Bedeutung fehlen, denn der Nutzen ist, besonders da, wo vielekleinere Accidenzien in grossen Massen hcrgestellt werden, ein wesent-licher. Zweckmässige Apparate liefern in Deutschland namentlichFritz Jänecke in Berlin, A. Hogenforst in Leipzig und J. Ch. D.Nies in Frankfurt a. M.; eingeführt wurden sie durch A. Isermannin Hamburg. In Oesterreich werden sie hauptsächlich von J. II. Rust& Co. in Wien, in London von Ilarrild & Son, in Paris von Boil-dieu fabricirt. Einen recht sinnreichen Apparat als Unterlage fürStereotypen, welcher das Schliessen in einen Rahmen unnöthig macht,hatte R. P. Tickle in London ausgestellt. Dieser Apparat bestand ineinem rostartigen Fundament mit diagonal laufenden Schienen, dasmit den Stereotypen zusammen Schrifthöbe hat. Eingeritzte recht-