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Gruppe XII. Graphische Künste.
Drucker an der Handpresse mit seinen einen halben Tag oder mehr inAnspruch nehmenden Vorbereitungen fertig war, um 100 Visitenkartenzu drucken. Wir sehen deshalb auch in Amerika und England eineLegion solcher Pressen unter den einladendsten Namen entstehen, als:Nonpareille, Minerva, Nonplusultra, Liberty, Franlüin, Exeelsior,Star u. s. w.
Trotz aller Mängel, die mehr oder weniger diesen Pressen anhän-gen und zum Theil anhängen müssen, lässt es sich durchaus nichtleugnen, dass sie eine Lücke ausfüllen. Man muss aber nicht Mannes-arbeit von einem Kinde verlangen und diese Maschinen bleiben dochKinder gegen die eigentlichen Schnellpressen. In grösseren Druckereien,wo viele kleine Arbeiten mit unterlaufen oder selbst in kleineren, wogewisse Arbeiten zeitweise regelmässig wiederkehren, ist eine solcheMaschine gut zu verwenden, die sich bescheiden in eine Ecke stellenlässt und nicht viel Brot isst, wenn sie einmal nicht arbeitet.
Deutschland producirt bis jetzt solche Maschinen so gut wie nicht;wie wir jedoch erfahren, sind namhafte deutsche Fabriken mit demBauen derselben beschäftigt, worüber wir uns nur freuen können, denndiese Maschinen haben, wenn sie nicht ausserordentlich gut gearbeitetsind, fast gar keinen Werth, weil es gerade der Hauptzweck ist, durchdieselben mit wenig oder keiner Zurichtung brauchbare Arbeiten zuliefern. Andererseits müssen wir jedoch wünschen, dass nicht zuviele Fabriken sich auf den Bau derartiger Pressen legen. Solchexlrbeiten lohnen nur als Specialität betrieben und können auch dieFabrikanten nur dann angespornt werden, fortwährend ihre Aufmerk-samkeit auf Verbesserungen zu richten, wenn ein massenhafter Absatzstattfindet.
Zu den besten und in Deutschland am verbreitetsten von diesenMaschinen gehören Degener & Weile r’s Liberty - Press und Cod-dington und Kingsley’s Universal - Press. Die ersteren werden seitlängerer Zeit von Alex. Waldow in Leipzig geliefert und von vielenSeiten sehr gelobt. Der Preis ist je nach der Grösse 318, 487 und655 Thlr. Ist die Presse geöffnet, so stehen Fundament und Tiegel imWinkel zu einander, wie die beiden Theile eines halb aufgeklappten mitder Schnittseite nach oben gerichteten Buches und treffen beim Druckzusammen, als wenn man das Buch zusammenklappt. Die Universal-er ess wird in neuerer Zeit von Süss & Brunow in Leipzig debitirtzum Preise von circa 695 Thlr. (103 Pf. St.). Diese Maschine amerika-nischen Ursprungs, von Meritt Galley erfunden und von .Hopkin-son & Cope in London eingeführt, ist äusserst solid gebaut und liefertgute Arbeit. Das Fundament ist fest und vertical stehend, der Tiegel,um welchen ein Rähmchen gelegt wird, bewegt sich in einem Viertel-cirkel herauf und herunter.