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Gruppe XII. Graphische Künste.
der Staatsdruckerei auch die Herstellung der Generalstabskarten undder Militärformulare zu.
Die Druckerei befindet sich in einem dazu erbauten Hofgebäudein der Oranienstrasse Nr. 94. Die Localitäten sind keineswegs gross-artig und für den bedeutenden Betrieb fast eng zu nennen; aber Allesist praktisch eingerichtet, der Baum vortrefflich benutzt und überallherrscht die strengste Ordnung. Dabei waltet eine grosse Liberalitätgegen alle Besuchende ob, und mit der grössten Zuvorkommenheit werdenAufschlüsse über neue Verfahren und neue Maschinen gewährt, ganzim Gegensatz zu mancher Privatanstalt, wo oft genug die Geheimniss-krämerei nur dazu dient, um die unpraktischen Einrichtungen zuverdecken.
Vier Dampfmaschinen von etwa 40 Pferdestärke liefern die Trieb-kraft. Für Buchdruck sind vorhanden acht Hummel’sehe Cylinder-schnellpressen, zwei Napier’sche doppelte Tiegeldruckmaschinen (zweiKönig & Bauer’sche Zweifarbemaschinen sollen aufgestellt werden), 40gewöhnliche Handpressen, ausserdem 16 mit einem Octogon versehene, aufwelchem die acht Abstufungen der Cassenscheinplatte angebracht sind,die von zwei Druckern mit acht Farben eingerieben werden, währendder dritte Gehülfe den jedesmaligen Abdruck regulirt. Der lithogra-phische Druck wird durch 12 Pressen, theilweise durch Dampf betrieben,besorgt, der Kupferdruck durch 16 Cylinderpressen und 2 hydraulischeApparate mit einer Leistungsfähigkeit von 32 Cylinderpressen. In sinn-reicher Weise ist nämlich die hydraulische Pressung zum Druck von fünfoder sechs über einander gelegten Platten benutzt; das Verfahren sollbis jetzt nirgends sonst angewendet worden sein. Die Zahl der Hilfs-maschinen ist eine sehr grosse, darunter 12 Gummirapparate (der täg-liche Verbrauch von Gummi beträgt 1 Centner), 8 Couvertfalzma-schinen, 6 Stempelpressen, 6 Perforirmaschinen, 2 Numerirmaschinen,ca. 50 Zifferwerke. und 4 Schneideapparate. Besonders sinnreich istdie Gummir-Schnellpresse, auf welcher die Bogen für die Briefmarkenvor dem Druck gummirt werden, und ein Feuchtapparat für das Papierzu den Cassenscheinen, bestehend in einem grossen eisernen, luftdichtzu verschliessenden Kasten, in welchen viele kleine Kästen, mit Papierzu Cassenscheinen gefüllt, hineingesetzt werden. Durch Aussaugen derLuft lockert sich das Papier und wird von den hineingeleiteten Wasser-strahlen aufs Kräftigste durchdrungen. Dass Photographie, Photolito-graphie, Heliographie, Pantographie etc. in ausgiebigster Weise geübtwerden, versteht sich von selbst.
Die Anstalt, welche circa 300 Personen beschäftigt, steht unter derDirection des Herrn C. Busse, früher Architekt. Die technische Leitunghat der Betriebsdirigent Herr E. Ringer. Sowohl die Arbeiten als einEinblick in die Anstalt müssen Jeden mit Befriedigung erfüllen. Ueberdie Postmarken können wir jedoch kein unbedingt günstiges Urtheil