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Gruppe XII. Graphische Künste.
wir das grosse Prachtwerk: Die Balearen vom Erzherzog LudwigSalvator, die Pecht-Ramberg’sehen Galerien, Lange’s Geogr.Handatlas. Zu den bedeutenden Druckwerken ist auch die IllustrirteZeitung in 61 Bänden zu rechnen. Um eine solche Arbeit ganz gerechtzu beurtheilen, wäre es nothwendig, genau zu wissen, welche Umständemitwirken, wenn das Höchste nicht immer erreicht wird. Die Kriegs-chronik ist eine der besten Druckleistungen der Firma. Was den eige-nen Verlag betrifft so wird manchmal, und wie es scheint mit einergewissen Absichtlichkeit, weniger Werth auf geschmackvolle Ausstat-tung gelegt, als recht ist. Die Schriftgiesserei ist zunächst nur für dieBedürfnisse des eigenen Hauses berechnet. Der Verlagskatalog führt2552 Artikel mit 5551 Bänden auf, deren Ladenpreis für ein Exemplar13 467 Thlr. 29 V 2 Gr. betragen würde.
Ausser Brockhaus hatte nur eine deutsche Buchdruckerei erstenRanges, die Königliche Geheime Oberhofbuchdruckerei (R. v.Decker) ausgestellt und namentlich die grossen im höchsten Aufträge ge-druckten Prachtwerke. Die monumentalen Ausgaben der Werke Friedrichdes Grossen und der Evangelien (Preis 291 Thlr. 20 Gr.) erlangten schonauf früheren Weltausstellungen die verdiente Anerkennung des Publi-cums und der Jury. Die Wiener Ausstellung brachte ein drittes neuesdazu: Die Krönung Ihrer Majestäten des Königs Wilhelm undder Königin Augusta von Preussen zu Königsberg am 18.0c-tober 1861, neben Hachette’s Les Emngües jedenfalls das gross-artigste in Wien zum ersten Male ausgestellte Druckwerk. Zwei Malwurde die Herausgabe durch kriegerische Ereignisse unterbrochen undals das Werk im Sommer 1872 erschien, konnte der Bericht über dieKrönung des preussischen Königs Wilhelm dem deutschen KaiserWilhelm dedieirt werden. Wir haben einen colossalen Folianten voruns, von einer Hole von 74 cm und einer Breite von 53 cm. Aufge-schlagen bedeckt das Buch eine Tischfläche von 7884 □ cm. Die135 Blätter, aus welchen das Werk besteht, sind einzeln gedruckt undauf Falz geklebt. Auf dem Titelblatte ist wahrscheinlich ein Streitzwischen Typographie und Etiquette ausgefochten worden, der, wie esin diesem Falle erklärlich ist, mit dem Siege der letzteren endigte.Typographisch konnte das Werk nicht besser ausgeführt sein, als ge-schehen. Höhe und Breite der Columnen, die Verhältnisse der Stegesind wohl berechnet; der Druck bleibt sich von der ersten bis zurletzten Seite gleich. Die edle Einfachheit verdient volles Lob, alleverzierte oder auch nur fette Schriften, selbst die Abstufungen derselbensind, fast mit zu grosser Aengstlichkeit, vermieden, so dass die Ruhemitunter an Monotonie angrenzt. Vorzügliche Leistungen sind diebeiden genealogischen Tafeln, von welchen die eine eine Länge von260 cm, die andere sogar von 416 cm hat. Kopf- und Schlussvignettensind dem einfachem Stil des Werkes angepasst. Als eine Eigenthiim-