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1 (1874)
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585
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Section IV. b. Seidenwaaren.

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Nicht an der Geschicklichkeit seiner Fabrikanten und Arbeiterkann es liegen, wenn jene Waaren nicht auf dem Weltmärkte coneur-riren; nur die zu theure Herstellung, bei einem irrationellen Betriebe,muss die Veranlassung zu dieser überraschenden Erscheinung sein. Dieganze Reihe der Artikel für die Landbevölkerung in Seidentüchern,Stoffen, Westenzeugen, Foulards, Foulardstüchern sind eine ebensointeressante Specialität, wie die wirklich ausgezeichneten Leistungenauf dem Gebiete der Kirchen- und Möbelstoffe, welche in den Erzeug-nissen von Giani, Philipp Haas Söhne neben die besten Fabrikateder französischen Industrie gestellt werden dürfen. Bei keiner Aus-stellung in Seidenwaaren empfindet man so unmittelbar die Einwirkungvon Anstalten, wie sie Wien z. B. in seinem Museum für Kunst undIndustrie besitzt, welche sich die Hebung des Kunstgewerbes zur Auf-gabe machen, wie bei dieser letzteren Gattung von Seidenfabrikaten.

Die Ausstellung des Hauses Franz Reicherts Söhne lieferteferner den Beweis, wie durch Ausdauer und Verfolgung rationellerFabrikprincipien Hie vortrefflichsten jeder Concurrenz gewachsenenLeistungen erzielt werden können.

Auch die Sammetwaaren dieser Firma, auf Maschinenstühlen gefer-tigt, sind, so weit dieser Artikel bis jetzt eine Herstellung mit Maschi-nenstühlen zulässt, sehr bemerkenswert!!. Dieselben .übertreffen zumwenigsten in Seidensammeten die französischen Maschinenstuhlproducte.Die schwarzen Waaren der Häuser S. Trebitsch & Sohn, Gebr. Ba-der, die farbigen Atlasse von Josef Herzig & Co., die Plüsche vonSeb. Waschka & Söhne verdienen alles Lob. Die bekannten vortreff-lichen Leistungen der alten Firma C. G. Hornbostl & Co., sowieFranz Bujatti fanden die gebührende Anerkennung.

Wenig Vortheilhaftes ist von den in den übrigen Theilen der Mon-archie und zwar in Böhmen, Schlesien, Tyrol und Mähren bestehendenEtablissements zu sagen. Die Bandindustrie Oesterreichs zeigt nebenvortrefflichen Erzeugnissen wie die von Anton Harpke & Söhne, JosefAdensamer & Co.,CarlIIetzer&Söhne, A. Wiesenburg & Söhnevieles Mittelgut. Augenscheinlich arbeiten die besseren Fabriken diesesArtikels in der bewährten Art der schweizer, deutschen und französi-schen Etablissements mit mechanischem Betrieb, während ein anderernicht unerheblicher Theil der österreichischen Bandfabriken mit nichtmechanischem Betriebe wohl weniger der Concurrenz des Auslandesgewachsen sein dürfte.

Die Seidenfärberei Wiens liefert uns schon durch die ausgestelltenStoffe der Wiener Fabrik den Beweis eines sehr bedeutenden Fort-schrittes in den wenigen Jahren seit der letzten allgemeinen Weltaus-stellung; wir erwähnen gern die Leistungen von L. Frank und Th.Brunabend.