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Gruppe V. Textil- und Bekleidungs-Industrie.
Yards auf 10 Pfund engl.) werden wie Flachs gesponnen und danachmit Jute line benannt.
Die Maschinerie ist in den letzten zehn Jahren, wenn auch nicht imPrincipe, so doch in der Stärke und der Einfachheit der Constructionwesentlich verbessert worden. Die Natur der Faser bedingt sehr halt-bare, solid gebauete Maschinen zu ihrer Verarbeitung; wie das Spinnen,so erfordert auch das Verweben der Jutegespinnste sehr kräftig ge-bauete Maschinen und macht insofern Schwierigkeiten, als die Ketten-fäden durch die Bewegung der Webkämme auf dem Webstuhl Faser-verlust erleiden, mithin geschwächt werden. Die Appretur der Gewebegeschieht gleichfalls durch sehr schwere Calandermaschinen untergrossem Druck zwischen Papier und Eisenwalzen, theils mit letzterenerwärmt, theils kalt.
Das Färben der Jute ist leicht und billig zu beschaffen, dochscheint die Farbe nur der Aussenfläche der einzelnen Faser zugänglichund sich nicht mit derselben zu verkörpern, woher es wohl erklärlich,dass die Farben namentlich beim Airssetzen an die Sonne leicht wiederschwinden.
Das totale Bleichen von Jute ist. bis vor kurzer Zeit nur aufKosten der Haltbarkeit ermöglicht worden; indess hat man auch diesenUebelstand zu überwinden gewusst.
Die Arbeit in den Jutespinnereien und Webereien darf im Allge-meinen als nicht unangenehm bezeichnet werden; sie ist, weil sie kaumStaub erzeugt, ungleich angenehmer als die Flachs-, Werg- oderBaumwollspinnerei.
Nach englischen Ermittelungen soll der Umstand, dass die Faser zumZwecke ihrer Verarbeitung mit Thran gesättigt wird, auf den Gesund-heitszustand der in den Jutemanufacturen beschäftigten Arbeiter einenwoblthnenden Einfluss üben.
Die bislang fabricirten Jutegespinnste gehen in Feinheit nicht überNr. 20 (= 60 000 Yards auf 10 Pfund engl.) hinaus, die reinen Jute-gewebe kaum über 20 Gang in der Kette. Es bleibt der ZukunftVorbehalten, ob die angestrebten Verbesserungen in der Cultur und derZubereitung der Faser in ihrem Heimathlande eine höhere respectivefeinere Ausbeutung derselben zulassen und ihr somit noch ein weiteresgrosses Verbrauchsfeld eröffnen werden.
Auf der Ausstellung war die bedeutende Juteindustrie Englandsfast gar nicht vertreten, ebenso wurden Frankreich, und Belgien ver-misst. Dagegen hatte Oesterreich durch die Jutespinnerei undWeberei in Simmering sowie durch die Jutemanufactur inFloridsdorf, welche vortreffliche Gespinnste und mannigfache Ge-webe geliefert hatten, ein gutes Bild dieses Industriezweiges gegeben.Aus Deutschland ist vor allem die Braunschweigische Actien-gesellschafi, welche eine Darstellung des Spinnproeesses von der