Sectioii III. Leineuwaaren. Die Jute-Industrie. 540
Maassstabe ausgedehnt werden kann, und hat sich in Folge dessen derMarktwerth des Rohmaterials schon seit Monaten ganz bedeutend ver-ringert. Eine wohlfeile Beschaffung desselben für die Industrie wirddieser vor allem Andern die sicherste Basis zu ihrem ferneren Ge-deihen sein.
Mit Bezug auf den Handel mit Jute ist zu bemerken, dass derRohstoff im Innern durch Händler von den Producenten gekauft, dannzu Wasser nach Calcutta ge führt, dort in sogenannten Bazars durcheingeborene Makler für europäische Häuser in Calcutta aufgekauft, dannin Ballen von 300, 350 und 400 Pfund engl, mittelst starker Pressenverpackt wird und so zur Verschiffung kommt. Fünf solcher Ballenbilden circa 52 Cubikfuss engl, bei der Bestimmung der Schiffsfracht.Calcutta ist fast der einzige Hafen für die Juteausfuhr aus Indien undbildet somit den einzigen überseeischen Markt für den Artikel, der*dort namentlich durch deirtsche in Calcutta und London domicilirteFirmen, dann durch griechische und englische Häuser in den Handelkommt. Sonst sind London und Liverpool stets die grossen Stapelplätzefür den Artikel gewesen; seit zwei Jahren hat sich indess Dundee selbstzum hauptsächlichsten Jutemarkt emporgeschwungen, Dank der Energieseiner Fabrikanten, die auf eigene Rechnung und Gefahr den Rohstoffvon Indien direct bis an ihre Etablissements bringen.
Es kommen alle möglichen Marken und Bezeichnungen des Roh-stoffes im Handel vor, doch haben die bekannten grösseren Firmen ihreStandardbezeichnungen, die den Maassstab zur Qualitätsbeurtheilunggewähren und giebt es circa sechs Hauptgattungen:
1) fine Quality,
2) medium Quality,
3) common Quality,
4) low Quality,
5) Rejections, d. i. ordinärer Ausschuss,
6) Cuttings, d. i. abgeschnittene Wurzelenden,
letztere werden namentlich zur Papierfabrikation verwendet, gehenaber zum grössten Theil nach Nordamerika, wo solche zu dem Schuss-garne der ordinären Baumwollpacktücher — cotton-bagging — ver-sponnen werden.
Was die Zubereitung des Rohstoffes vor Auflage auf die Maschinenbetrifft, so ist diese auf verschiedene Weisen oft versucht worden; manist aber immer wieder, auf das zuerst, angewandte beinahe primitiverscheinende Verfahren des Besprengens desselben mit Oel oder Thranund Wasser zurückgekommen.
Der Verarbeitungsprocess in der Spinnerei und Weberei ist demfür Werg und Flachs ähnlich. Man spinnt die schweren Nummern bisNr. 10 (=60 000 Yards auf 20 Pfund engl.) wie Werg und nennt danachdas Gespinnst JuteTow, die feinen Nummern bis 18 bis 20 (= 60 000