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Gruppe V. Textil- und Bekleidungs - Industrie.
Dem erwähnten Etablissement war es auferlegt, als Vorkämpferder fraglichen Industrie die Vorurtheile, welche in Deutschland mehrals anderswo gegen letztere bestanden, zu überwinden, doch stellte sichder Erfolg, wenn auch langsam, immer mehr ein. Der Umstand, dassder in Rede stehende Industriezweig, ungleich anderen, ohne einen Schutz-zoll sich aufrichten musste, mag einem schnelleren Fortschritt desselbenim Inlande hinderlich gewesen sein. In den letzten Jahren begannman indess in Deutschland wie in Oesterreich die Juteindustrie durchgrössere und kleinere Werke heimisch zu machen. Es entstanden grössereWerke am Rhein, in Wien, in Hannover und Oldenburg und neue Eta-blissements für Jutespinnerei und Weberei sind jetzt in Meissen, Bremenund Braunschweig in Ausführung begriffen. Wir schätzen denConsumder bis jetzt in Deutschland und Oesterreich bestehenden und in derAnlage befindlichen mechanischen Spinnereien und Webereien auf circa300 000 bis 350 000 Centner Rohjute, bei welchen die zwei Etablisse-ments der Braunschweigischen Actiengesellsehaft zu ] / 5 Bis '/4 Antheilnehmen dürften.
Den ausgedehnten Bedarf der beiden Länder werden die qu. Werkekaum zu decken in der Lage sein und wird es wohl von der Gestaltungder Arbeiterverhältnisse allein abhängen, ob der Industriezweig weiteregrössere Dimensionen hier annehmen wird.
Ostindien und Amerika sind seit einigen Jahren als bedeutendeProducenten von Juteartikeln «aufgetreten; ersteres Länderreich begün-stigt durch die Wohlfeilheit des Rohmaterials und der Arbeitskräfte,letzteres durch hohe Schutzzölle und eigenen Bedarf.
Nordamerika hat auch die Cultur von Jute in den südlichen Staatenmit Energie jetzt aufgenommen und dürfte, wenn damit erfolgreich,ein mächtiger Concurrent auf den übrigen Verbrauchsmärkten werden.
Von ganz ausserordentlicher Wichtigkeit für die fernere Ent-wickelung der Juteindustrie sind die seit .einigen Monaten rücksicht-lich der Cultur der Pflanze getroffenen Maassnahmen -des britischenGouvernements in Ostindien.
Um die Ungewissheit, man möchte sagen Unwissenheit, die bislangüber den Umfang der Jutecultur und die Möglichkeit einer Ausdehnungresp. Verbesserung derselben, wie über die Quantität und Qualität derErnte bestand, zu beseitigen , wird die Regierung «an vielen Punktenim Innern des Landes statistische Bure.aux einrichten, und durch eineAnzahl ihrer Beamten auf die Verbesserung der Cultur und der Arbeits-processe hinwirken.
Die vorläufigen Ermittelungen, welche man anstellte, ergaben,dass ein bei Weitem grösseres Quantum Rohjirte vorhanden, als manannahm und dass der Anbau der Pflanze in fast unerschöpflichem