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Section III. Leinenwaaren. Die Jute-Inclustrie.
ferneren wesentlichen Aufschwung des genannten Industriezweigesleistete der Krimkrieg in den Jahren 1854 und 1855, während dessenbekanntlich die russischen Häfen blockirt und dadurch die Zufuhrenvon Flachs und Hanf abgeschnitten waren; die Fabrikanten von Dundeesahen sich somit gezwungen, für letztere Producte Ersatz zu ’ suchen,den sie denn auch in dem Jute fanden. Die Verarbeitung von Jutenahm dann immer grössere Dimensionen an, und es entwickelte sichdieser Industriezweig mit nie geahnter Rapidität. Dundee ist jetztder Sitz dieser grossartigen und zukunftsreichen Industrie, deren Artikelsich auf alle Welttheile verbreiten. An der britischen Ausfuhr vonJuteartikeln, als: Gewebe und fertige Säcke zur Verpackung von Ge-treide, Mehl, Salz, Zucker, Kaffee, Reis, Baumwolle etc., ferner Teppiche,rohe und gefärbte Garne und Zwirne, deren Zahlen von Jahr zu Jahrim Wachsen sind, dürfte Dundee mit seinen umliegenden Spinn- undWebdistricten wohl 4 / 5 Antheil nehmen, während die übrigen in Lon-don, Glasgow, Barrow und in Yorkshire bestehenden Etablissementsdas andere Fünftel decken. 1870sind in Grossbritannien 115 156 Spin-deln und 4330 mechanische Webstühle für Jute in Betrieb gewesen.Der Consum von Rohjute betrug 1872
. _ Ungefährer Werth nach
1D Eul '°P a: der Fabrikation:
in Grossbritannien und Irland 3 000 000 Ctr. — 36 000 000 Thlr.
auf dem Continentt .... 750000 „ = 9 000000 „
in Nordamerika. 1 176 000 „ = 14 112 000 „
Summa . 4 926 000 Ctr. = 59 112 000 Thlr.
Der Consum der übrigen Welttheile ist nicht bekannt. Ostindiendürfte ein ebenso grosses Quantum wie Grossbritannien und Irlandconsumiren.
Im nördlichen Frankreich bestehen eine Anzahl grösserer Jute-spinnereien und Webereien schon seit längerer Zeit. Die fertigen Ge-webe derselben verbleiben meist für den Consum des eigenen Landes,während ihre Gespinnste zum grossen Theil auch auf anderen Märktenmit Erfolg gegen die schottischen concurriren.
In Deutschland wurde die Juteindustrie zuerst durch das derBraunschweigischen Gesellschaft zugehörige, von deren jetzigem tech-nischen Leiter, Herrn J. Spiegelberg, errichtete Etablissement inVechelde bei Braunschweig eingeführt. Trotzdem, dass Deutsch-land und Oesterreich einen ausgedehnten Absatzmarkt für Jutefabrikatedarbieten, machte die Entwickelung dieses Industriezweiges im eigenenLande nur langsame Fortschritte, und war man zur Versorgung desheimischen Bedarfs namentlich auf das Ausland angewiesen.
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