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Gruppe V. Textil- und Bekleidungs-Industrie.
wollfarbigen Tucken liefert Reichenberg vortrefflich gearbeitete feineMittelfeinewaarerf, desgleichen sogenannte Orient- und Militärtuche;auch Bukskins und fagonnirte Stoffe. Hervorzuheben sind die Aus-stellungen von W. Siegmund, A. Demutk & Söhne, SigmundNeuhauser & Co., A.Trenkler & Söhne, Franz Schmidt & Söhneund Anderen.
Die Collectivausstellungen der Fabrikorte Bielitz, Biala, Jägerndorf,Iglau, Neutitschein und Zwittau boten ein Bild der Fabrikation gerin-gerer Tuckwaaren, die theilweise gut gearbeitet waren. BesondereErwähnung verdienen noch die von Gebrüder Moro in Klagenfurtausgestellten feinen Militärtuche, die sich durch gute Arbeit und vor-treffliche Farben auszeichneten.
Ein der Tuchbranche angehöriger und für Oesterreich sehr bedeu-tungsvoller Artikel sind die sogenannten Fez oder rothen türkischenMützen, die in grossartigstem Maassstabe für den Export nach demOrient angefertigt werden. Der Hauptfabrikationsort dieser Waarenist Strakonitz in Mähren, woselbst Fürth Wolf & Co. besonders her-vorgehoben zu werden verdienen. Neben ihnen sind A. Volpini&Söhnein Wien und Theodor Gülcher in Unter-Waltersdorf zu nennen; dieFabrikate des Letzteren zeichnen sich durch besondere Feinheit aus.
Die Wollenfabrikation Ungarns ist unwesentlich und in keinerWeise mit der österreichischen in Vergleichung zu stellen. Sie be-schränkt sich auf ordinäre Tuchwaaren, in welchen nur das LosonczerTuchfabrik-Consortium von einiger Bedeutung ist. Die Fabrikenvon Hermannstadt, Cronstadt und Holteverry hatten collectiv ausgestellt,und zeigten gewöhnliche Waaren und Kotzen, die vorzugsweise aufdem Lande getragen werden.
Deutschland. Die deutsche Wollenwaarenindustrie war auf derAusstellung, wenn auch nicht in vollständiger Weise, so doch derartigvertreten, dass ein anschauliches Bild der hervorragenden Leistungen,welche diese Fabrikation aufzuweisen hat, erzeugt wurde. Zwar fehltenbedeutende industrielle Bezirke, die auf früheren Ausstellungen durchvorzügliche Erzeugnisse geglänzt hatten, so besonders eine grosse Zahlrheinischer Fabrikstädte, wie Lennep, Kettwig, Eupen; andere hattennur wenige Repräsentanten gesandt. Die Vertretung der deutschenTuchfabrikation besonders in Stapelartikeln mittleren und ordinärenGenres ist eine ausserordentlich reichhaltige gewesen, ja man hättesogar wünschen dürfen, dass manche Fabrikate, die gar zu sehr denStempel des Gewöhnlichen trugen, fortgeblieben wären. Indessen istmit Anerkennung hervorzuheben, dass die deutschen Industriellen imGanzen direct marktgängige Waaren eingeliefert hatten, und nicht durchextra für die Ausstellung angefertigte Artikel einen falschen Glanz zuverbreiten bestrebt waren.