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1 (1874)
Entstehung
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481
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Section I. Scliafwollemvaaren. 1). Gespinnste etc. 481

nachzuahmen, sondern in eigenem Schaffen mit vielem Geschick undGeschmack vorgeht und vortreffliche Resultate erzielt.

Die meisten Artikel waren in besseren Gattungen vertreten, inMittelwaaren und geringeren Qualitäten war die Ausstellung eine we-niger gute und reichhaltige und stand der deutschen nach. In Winter-paletotstoffen für Herrenröcke und Damenmäntel waren sehr weich undschön gearbeitete Stoffe vorhanden, wenn auch keine besondere Neue-rungen zu melden sind.

Die aus Kammgarn gefertigten Stoffe für Herrentrachten sind insehr effectvollen Mustern, theils aus reiner Wolle, theils mit Seide ge-zwirnt von mehreren Fabrikanten in gelungenen empfehlungswertheuQualitäten geliefert worden.

Militärtuche waren in ganz vorzüglicher Qualität durch mehrereAussteller vertreten. .

Die von Oesterreich ausgestellten Streichgarne eonstatirten denhohen Standpunkt, den die dortige Streichgarnspinnerei einnimmt undder von keinem anderen Lande übertroffen wird; insbesondere sind diefeinen und hochfeinen Gespinnste schön und gleichförmig gesponnen.Weiche, Egalität und Stärke des Fadens sind in gleicher Weise zurühmen. Ausser den vollkommenen Maschinen und geübten Arbeits-kräften wird dieses Resultat durch die angewendeten edlen einheimischenWollen erzielt; Wollen, die noch nicht von der neuen Richtung einerZüchtung auf Wollreichthum unter Vernichtung der Feinheit und derVeredelung ergriffen sind. Die Zahl der in Oesterreich in Betrieb be-findlichen Streichgarnspindeln wird auf circa 600 000 angegeben.

In Wollendecken und sogenannten Kotzen wurde Vorzüglichesgeliefert; dieselben zeichnen sich sowohl durch ihre Mannigfaltigkeitals auch Preiswürdigkeit aus. Die Firma Ignaz Ginskey inMaffers-dorf ist hier vor allen zu erwähnen.

In der Wollenindustrie Oesterreichs nimmt Brünn die erste Stelleein. Die imposante,' sowohl durch die Reichhaltigkeit der Qualitätenund Genres als durch das geschmackvolle Arrangement gleich hervor-ragende Ausstellung zeigte die hohe Vollendung, welche dieser alte Fa-brikort in der Herstellung sowohl glatter Artikel als Hautes-Nouveauteserreicht hat. Besonders hervorzuheben sind die vorzüglichen Militär-,sogenannten Egalisirungstuche von J. II. Offermann, sowie die feinenschwarzen und wollfarbigen Tuche, Paletotstoffe, Ratines, Düffels undKammgarnartikel von Gebrüder Schöller. In Nouveautes leisten Ge-schmackvolles Gebrüder Popper, Otto Edler von Bauer, FriedrichRedlich und zahlreiche Andere; in Bukskins und fagonnirten Stof-fen sind die Fabrikate von Löw & Schmal, welche auch Flanelle undKammgarnstoffe ausgestellt hatten, rühmlichst zu erwähnen, währenddie feineren Waaren von Brüder Strakosch den besten französischenNeuheiten ebenbürtig zur Seite stehen. In glatten schwarzen und

Wiener Weltausstellung. 1. 31