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Gruppe VI. Leder- und Kautschuk-Industrie.
schweig exponirte einen praktischen Militärsatte], dessen einzelne Theileauseinander genommen und verschiedenartig zusammengestellt werdenkönnen, wodurch dieser Sattel für Pferde der verschiedensten Grösseverwendbar wird.
F. W. Kosen bäum in Breslau stellte courante Marktwaare vonsolider und gelungener Arbeit aus.
Sehr reich war die österreichische Abtheilung mit Sattlerartikelversehen. Recht elegante und wirklich grossartige Ausstellungen lie-ferten C. Wickede & Sohn und Heinrich Müller in Wien.
Unter der Collectivausstellung der Wiener Sattler nimmt MichaelRachler den ersten Rang ein. Unter Anderem stellte er einen Sattelaus, an welchem eine Vorrichtung getroffen ist, wodurch es dem Reiter,auf dem Sattel sitzend möglich wird, jederzeit die Bauchgurte je nachBedarf anzuziehen oder zu lockern. Mit einer xlrt Uhrschlüsscl, derin einen Dorn am vorderen Theile des Sattels passt, wird durch ein-faches Drehen die Bauchgurte gelöst oder strammer angezogen. JederReiter wird das Wohlthätige der Erfindung begreifen und dem Erfinderdankbar sein.
Das Nationalbewusstsein der Ungarn, welches in Allem, was diesesLand zur Ausstellung brachte, einen kräftigen Ausdruck fand, docu-mentirte sich auch bei ihren Sattlerwaaren. Was sie brachten, trägtden Stempel ungarischen Wesens, ungarischer Eigenthümlichkeit. Esist kaum eine grössere Verschiedenheit in dieser Beziehung zu findenwie zwischen dem Ungar und seinem Nachbar, dem Deutschen. Wieoft trat uns auf der Ausstellung die Erscheinung entgegen, dass derDeutsche, beseelt von dem Wunsche etwas Ausgezeichnetes zu leisten,auf die unglückliche Idee verfällt, seine Arbeit mit ausländischen Eigen-thtimlichkeiten zu verquicken. Sein höchstes Ziel glaubt er erreichtzu haben, wenn der Beschauer seines Werkes den deutschen Ursprungverkennt und es für englisches, ungarisches oder gar türkisches Mach-werk erklärt.
Ganz anders ist der Ungar: Was er in der Sattlerbranche nachWien brachte, ist durch und durch national; jedes Schnürchen, jedeSchnalle, das Flechtwerk an seinen Pferdegeschirren, alles ist ungarisch,eigentümlich, aber auch liarmönisch in der consecpient durchgeführtenAbsonderlichkeit.
Paul Zsilinszky in Bekes-Csaba lieferte einen Csikoszaum vonwunderbarer Vollendung. Die Arbeit beweist Geschick, aber mehrnoch Fleiss und Ausdauer. Schön gearbeitete Pferdegeschirre liefertennoch Jacob Hill und Dulcz Antal in Pest und Michael Orendt& Co. in Hermannstadt. Das Schönste der ungarischen Abtheilungbrachte Franz Reppa in Essegg: ein Paar Pferdegeschirre von natur-farbigem Leder. Meisterhaft in der Arbeit und von vollendetem