Section I. Leder. Sattlerwaaren.
387
der für Pferde jeder Grösse verwendet werden kann, wurde uns alseigene Erfindung des Ausstellers angegeben. Sämmtliche in der Sattler-werkstätte des Exponenten verarbeiteten Leder sind der eigenen Gerbereientnommen.
W. Lennan & Son in Dublin zeigen uns courante Marktartikel:Sättel wie Geschirre. II. Brace & Co. in Walsall arbeiten im grossenMaassstabe für den nordamerikanischen Markt.
Belgien, das nicht unbedeutenden Handel in Luxussätteln nachDeutschland treibt, war nur durch einen Zaum vertreten, der die Be-rechtigung zu seinem Erscheinen auf der Weltausstellung einer nachAnsicht des Ausstellers neuen Erfindung zuschreibt, die aber nach demUrtheil von Sachverständigen nur eine Combination zweier längst be-kannter Verbesserungen ist.
Deutschland hat trotz seinen 11 Ausstellern keinerlei besondershervorragende Leistungen producirt. Die Pferdegeschirre sind schönund solid gearbeitet und' stehen den Fabrikaten anderer Länder inkeiner Beziehung nach. — Luxussättel bezieht es vielfach von Frank-reich, Belgien und England. Zu bedauern ist, dass es keinem deutschenFabrikanten, bei dem knapp zugemessenen Ausstellungsraum, vergönntwar, in umfassender, dem Publicum imponirender Weise Sattlerwaarenauszustellen. Auch vermissten wir ungern die Geschirre und Sättelder altrenommirten Berliner und Potsdamer Sattler. Die Verdienst-medaille erhielten: Gebrüder Döring in Leipzig und Th.Bernhardtin Breslau für ihre schön und solid gearbeiteten Sättel und Geschirre.Das Anerkennungsdiplom erwarben sich J. Wierbitzki in Halberstadtund W. Focke in Altona. Ersterer für Riemen- und Sattlerarbeiten;letzterer für ein schönes Pferdegeschirr, das in der österreichischenAbtheilung Unterkunft gefunden hatte. Heinrich Scheiter in Mainzhätte besser gethan, seine Geschicklichkeit und seinen Fleiss aneinem eleganten deutschen Pferdegeschirr zu verwerthen, anstatt fürWien ein sogenanntes ungarisches Geschirr herzustellen, das von jedemUngar für nicht vaterländisch und daher für geschmacklos erklärtwurde. Das Anerkennungsdiplom galt ausschliesslich der fleissigen undsauberen Arbeit. Schmitz & Thomas in Elberfeld stellten einen fürdie meisten Besucher neuen Gegenstand aus: aus Leder gepressteSchlüssellochgarnituren, die ebenso schön wie dauerhaft sind; sie habenvor den allgemein gebräuchlichen von Holz, Horn, Knochen etc. denVorzug der grösseren Dauerhaftigkeit und bei reicherer Ornamentikden Vortheil des wesentlich niederen Productionspreises.
Für die meisterhaft behandelten Probirpferde von J. Otte inFran-kenstein und F. X. Kahr Sohn & W. Kahr in Aachen erhielten dieVerfertiger AnerkennungsdijMome. Heinrich Baumbach in Braun-
25 *