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Gruppe VI. Leder- und Kautschuk-Industrie.
Zum Schlüsse verbleibt uns noch über folgende auf der Ausstellungvertretene Artikel zu berichten:
Sämischleder, Pergament, Lederabfälle, Maschi-nen und Werkzeuge für Gerbereien.
Das sämische Leder unterscheidet sich von den anderen Leder-arten wesentlich dadurch, dass die thierische Haut statt mit Gerbstoffoder Alaun mit einer Fettsubstanz gegerbt wird. Das Gerbemittelliefert der Thran, der zum grösseren Theil aus der Leber der Dorscheund dem Speck der Wallfische gewonnen wird. Sämmtliche Thierfelleund Häute finden in der Sämischgerberei Verwendung. Die leichterenFellsorten, als Lamm-, Schaf-, Zickel-und Rehfelle, dienen zur Bereitungvon Handschuhleder, Kalbfelle, Hirsch-, Elenn- und Rennthierhäutewerden noch vielfach für Hosenleder verarbeitet, während das schwerereRindleder zu Militärbandelieren die weitaus grösste Verwendung findet.
Deutschland allein brachte Clavierleder zur Ausstellung. Gebrü-der W. & E. Geyer in Eisenberg und Schlessiger & Lummer inGera erhielten die Verdienstmedaille wegen ihrer vorzüglichen Producte.Sämisches Büffelleder (Bandelierleder) war ausgestellt von Mayer,Michel & Deninger in Mainz, C. W. Roth in Hausen bei Frank-furt a. M. und August Rücker in München in gleich guter Qualität.Heinrich Bierling in Gera erhielt für seine wunderschönen sämi-schen Elenn- und Rennthierfelle die Verdienstmedaille.
Gewöhnliches sämisches Schafleder — Spaltleder — war nur durchdie genannte Mainzer Firma vertreten, die auch den bei der Sämisch-Lederbereitung sich ergebenden Degras, die schon besprochene Leder-schmiere zur Ausstellung brachte.
Von feiner Zurichtung waren die Handschuhleder von Chapotveuve & fils in Chambery; desgleichen jene von Domenico Morbinin Vicenza und die Spaltschafleder von F. A. Schmitz & Go. undQuitmann & Co. in Brüssel.
In Oesterreich, findet das Sämischleder noch grössere Anwen-dung, theils zu Handschuhen, theils zu Reisebettüberzügen, als in denübrigen Ländern und waren die ausgestellten Producte von ausgezeich-neter Qualität.
J. G. Buh re in Stockholm brachte mustergültig gearbeiteteElenn- und Rennthierfelle zur Ausstellung.
Die Palme in diesem Artikel trug Japan davon. In diesem Landevertritt das Sämischleder die Stelle der farbigen Luxusleder und wird