Druckschrift 
1 (1874)
Entstehung
Seite
383
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Section I. Leder. Sohlleder.

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Müller in Canada brachte verschiedene schwere Lederstücke zurAusstellung, die mit dem Extraete der Hemlockrinde vorzüglich sattgegerbt waren. Dieses Extract war als Müll ers Extract ebenfallsausgestellt und soll einen nicht unbedeutenden Handelsartikel abgeben.

T. Wilson Heathcote Tannery in Canterbury in Neuseelandbrachte Sohlleder und Geschirrleder sowie Kalb-, Schaf- und Känguruh-leder in guter Qualität. Sämmtliche Leder waren mit Mimosa- oderWattlerinde (Acacia decurrens ) gegerbt, zwar roth von Farbe, abersonst gut und schön gearbeitet. Die ausgestellte Rinde scheint ausser-ordentlich gerbstoffreich zu sein: sie wirkte auf der Zunge stark zusam-menziehend und hatte ein enormes specifisches Gewicht.

Auch Australien war durch verschiedene Firmen in der Sohlleder-branche vertreten. J. Delfino in Catie bei Caracas-Venezuela zeigtein seinen Sohl- und anderen Ledersorten die Verwendung der Mangle,rinde als Gerbemittel. Das Material scheint gut zu sein; das Faserigedes Leders mag durch die ungeeignete Art zu arbeiten hervorgebrachtsein und dürfte durch Minderung des Aescherns zu heben sein.

Auch Britisch - Indien hatte eine reiche Auswahl der verschie-densten Ledersorten in guter Gerbung und englischer Zurichtung nachWien gebracht.

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Von den Vereinigten Staaten waren ausgestellt: Schwere Sohl-häute von Anthony F. Baer & Co. in Baltimore, in acht Monaten inEichenrinde durchaus satt gegerbt, aber, wie sämmtliche Leder ausdiesem Lande, nicht fest genug. Fünf Gerber brachten Sohlleder, dasin einer Mischung von - Eichenrinde und Hemlock (Schierlingstanne)völlig gegerbt und gut in Qualität war. Upton Franklin & Co. inBoston wollen ihr Sohlleder in 60 Tagen, durch Schaffung eines luft-leeren Raumes und nachheriges Einbringen des Gerbestoffes in den-selben, gegerbt haben. Die Qualität lässt zu wünschen übrig; die Me-thode ist aber sicher aller Beachtung werth. Genauere Angaben überdieselbe fehlten.

Von vorzüglicher Gerbung waren die Sohlleder vonBush&Howardin Buffalo, die mit der Hemlockrinde allein, also mit Ausschluss derEichenrinde, bewirkt war. An die röthlich braune Farbe dieser Hemlock-leder hat sich der Consument nach und nach gewöhnt, und wenn dieamerikanischen Gerber in gleichem Maasse, wie seit der letzten PariserAusstellung, Fortschritte machen, so werden sich ihre Producte auchin Europa immer mehr einbürgern. Der Anfang dazu ist gemacht.An Rohmaterial, Gerbstoff und Geschäftseifer fehlt es unseren ameri-kanischen Collegen bekanntlich nicht. Wir werden einen harten Stand-punkt dieser Concurrenz gegenüber haben.