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Gruppe VI. Leder-'und Kautschuk-Industrie.
mit diesem Products dann in überseeischen Staaten mit dem englischenFabrikate zu concurriren. Heute dürfte es keinem unserer Fabrikantenin den Sinn kommen, das fortzusetzen, was vor wenigen Jahren nochnutzbringend war. Deutschland wird sich schliesslich darauf beschränkenmüssen, diejenigen Ledersorten herzustellen, wozu ihm das eigene Landdas Rohmaterial liefert, aber in Qualität unbedingt schöner und besserals das Fabrikat der Nachbarländer, die, begünstigt durch billige Arbeits-löhne, durch niedere Preise dem geringeren Fabrikat siegreich Concur-renz macheü.
Lackirte Leder.
Die Fabrikation dieses Artikels ist in mancher Hinsicht mit grös-seren Schwierigkeiten verknüpft als die der gewöhnlichen farbigenLeder. So gross die Fortschritte auch sind, die in den letzten Jahr-zehnten in der Fabrikation dieser wichtigen Ledersorte gemacht wurden,so fühlt doch jeder denkende Fabrikant, dass noch Vieles zu thun übrigbleibt. Die Qualität der meisten Lackledersorten entspricht zwar denhöchsten Anforderungen, die derConsument an dieses Fabrikat machenkann, aber die Darstellung selbst ist noch mit so vielen Schwierigkeitenverknüpft und das gute Resultat von so vielen Zufälligkeiten abhängig,dass alle Fabrikanten in dem Streben Übereinkommen, Aenderungen indem Systeme der Fabrikation zu versuchen.
Bei dem Lackleder für Schuhzwecke verlangt man als nothwendigeEigenschaften: Haltbarkeit des Leders, Weichheit des Leders wie desLackes ohne allzubedeutende Dehnbarkeit, damit der Glanz des Lackesnicht bei der Verwendung erlischt undunscheinbar wird, und schliess-lich Sicherheit bei längerem Transporte oder Lagern gegen das Klebendes Lackes. — Legt der Fabrikant auf letztere Anforderung ein allzu-grosses Gewicht,'so wird er die aufgetragenen Lack- und GrundirsChicktenallzusehr austrocknen, das Leder wird dann seine Geschmeidigkeit ver-lieren , er somit einem Fehler durch einen noch weit schlimmerenVorbeugen.
Bis jetzt hat die directe Sonnenwärme allein das Mittel abgegeben,einen trockenen, nicht allzuharten Lack zu erzielen. Alle Versuche dieSonnenwärme durch andere Mittel zu ersetzen sind bis'jetzt als geschei-tert zu betrachten; der Fabrikant ist somit in seiner Fabrikation vonLuft und Wetter abhängiger wie irgend einer seiner industriellenCollegen.
Nur bei den festeren lackirten Häuten für Geschirre, Bandeliere,Helm- und Mützenschirme, wobei keine grosse Biegsamkeit des Lackes