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1 (1874)
Entstehung
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361
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Section I. Leder. Gefärbte Leder.

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mit Ausnahme der europäischen Colonien daseihst, die Türkei, Griechen-'land, Italien, Spanien, Deutschland und Frankreich verwenden nurheimisches Fabrikat, England bezieht viel von Frankreich, die nordischenStaaten mehr von Deutschland; Amerika, der Norden wie der Süden,deckt den grössten Theil seines Bedarfs durch das billige französischeSchafleder. Die feineren Sorten Schafleder und die Saffiane für Ein-bände und Polsterüberzüge wurden in früheren Zeiten ausschliesslichvon Frankreich geliefert; in den letzten Decennien hat darin ein gewal-tiger Umschwung stattgefunden. Die Vereinigten Staaten decken ihrenBedarf zu zwei Drittheilen durch deutsches, theilweise auch WienerFabrikat. England bezieht gleichmässig von Deutschland wie vonFrankreich, Russland mehr von Deutschland, Einiges für Wagenpolsterjedoch noch immer von England. Der Orient steht in lebhaftererBeziehung zu Frankreich wie zu Deutschland, während der ganze Bedarfder übrigen europäischen Staaten gleichmässig durch die Fabrikate derbeiden zuletzt genannten Länder gedeckt wird. Leder für Hutmacherwerden in den feineren Sorten zum grössten Theil von Belgien nachallen Ländern hin geliefert. England, das früher grosse Quantitätenbilliger Sorten nach den Vereinigten Staaten sandte, fing in den letztenJahren an den amerikanischen Fabrikanten die Spaltfelle in gesalzenemZustande zu liefern. Der hohe Eingangszoll Nordamerikas begünstigtdie Fabrikation im eigenen Lande und wird dieses Land nach und nachdahin kommen, nur eigene Fabrikate zu verwenden.

Die feinsten Farbenleder liefert beinahe ausschliesslich Deutsch-land. Das Meiste geht davon bereits verarbeitet als österreichischeoder deutsche Ledergalanterieartikel nach allen Richtungen der Wind-rose. Die amerikanischen Fabrikanten der Ledergalanterieartikel, zumgrössten Theile Deutsche von Gehurt, die mit Erfolg dem Ausland dieSpitze bieten, beziehen die für ihre Zwecke nöthigen feinen Ledersortenausschliesslich aus Deutschland.

Japan und China bezogen während mehrerer Jahre grosse Quanti-täten feinfarbiger Schafleder aus Deutschland, namentlich das erstereLand. Wir vermnthen, dass die japanesische Mode, launisch wie ihrepariser Schwester, die daraus gefertigten Gewänder als veraltet be-trachtet.

Der immer mehr steigende Arbeitslohn in Deutschland macht dieFabrikation durch die dadurch veranlasste Vertheuerung immer schwie-riger, und wenn nicht eine Aenderung eintreten sollte, so wird dieFabrikation mancher Artikel wohl nach und nach zum Stillstand kom-men. So z. B. bezog Deutschland seither von England sehr grossePosten gegerbter Spaltfelle, ein Artikel, der nur aus dem kräftigen,grossen und verhältnissmässig billigen englischen Schaffell hergestelltwerden kann. Der billige Arbeitslohn machte es dem deutschen Fabri-kanten möglich, dieses Halbfabrikat zu färben und zu appretiren und