Section I. Leder. Gefärbte Leder.
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n u e 1 in Constantinopel haben unter dem Allzuviel, das die kaiserlichtürkische Commission zusammengetragen, manches Gute in Schaf- undGeisleder zur Ausstelluflg geliefert. Ein wesentlicher Fortschritt inder Fabrikation ist nicht zu verkennen, und werden, hei dem Ueber-fluss an gutem Rohmaterial, die türkischen Gerber auf dem jetzt mitEifer betretenen Wege durch die Billigkeit ihrer Fabrikate sich baldeinen ausgedehnten Absatz in anderen Ländern schaffen. Diese Con-currenz kann den Fabrikanten billiger Futterleder in Deutschland undFrankreich um so verderblicher werden, als die Türkei mit einer Fülledes Rohmaterials, billiger Gerbmittel und wohlfeiler Arbeitskraft reich-lich ausgestattet ist. Der kaiserlichen Lederfabrik wurde die Fort-schrittsmedaille, Pericli Vouros die Verdienstmedaille und Mosi-liot Emanuel das Anerkennungsdiplom zu Tlieil.
Italien. Hier begegnen wir drei Ausstellern, diezwar in den aus-gestellten Fabrikaten recht Verschiedenes brachten, aber darin überein-stimmten, dass das Ausgestellte gleichmässig gut war und allen Dreien dieVerdienstmedaille verschaffte. Luigi Arnaudon in St. Moncio, Turinzeichnete sich durch die gelungene Farbe und Appretiir seiner Schaf-und Ziegenfelle aus. Edoardo Clerici in Mailand brachte glatteund grosgrain genarbte Ziegenfelle, aus Sardinien, Tunis und Mogadorstammend, zur Ausstellung, Carlo Mati & Co. in Mailand ausserähnlichen Producten ein auf der Narbe gewichstes Ziegenfell für Schuh-werk von schönem Ansehen; ein neuer Artikel, der aber für die Folge,bei der Dauerhaftigkeit des Ziegenleders, als Material für Schuhzeugvon Bedeutung werden kann.
In Belgien steht die Fabrikation farbiger Leder auf sehr hoherStufe; namentlich die der gespaltenen Leder für Hutstreifen, die vonkeinem anderen Lande besser geliefert werden, und haben sich diegrösseren Fabrikanten in dieser Specialität ein solches Ansehen errun-gen, dass ihre Preise für die Welt maassgebend sind, und ihre Hut- undMützenstreifen die Hälfte des Weltbedarfs decken.
Die höchste Auszeichnung, die Fortschrittsmedaille, erhieltenF. A. Schmitz & Co. in Koekelberg bei Brüssel für ihre gespaltenenHutfutterleder und geschnittenen Streifen. In allen erdenklichen Far-ben, Carreaux und sonstigen Appreturen prangten die ausgestelltenLeder, und eine nähere Prüfung zeigte alle seine guten Eigenschaften,die man früher dem viel theuereren, gefalzten, ungespaltenen Schaf-fell zu geben verstand. Auch hier wurde das stete Problem der Indu-strie gelösst: billigere Waare bei gleich guter Qualität.
Quitmann & Co. in Brüssel, welchen ebenfalls die Fortschritts-medaille zu Theil wurde, stellen ausser Hutleder auch andere SortenSpaltleder, farbiges und schwarzes Bockleder und Sämischleder inguter Qualität aus.