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1 (1874)
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Gruppe VI. Leder- und Kautschuk-Industrie.

Ungarn. Die Fabrikanten dieses Königreichs wissen die reicheFellproduction ihres Landes und die der Nachbarländer zu verwer-ten und dem eigenen Bedarf an farbigem und Bockleder vollständigzu genügen.

Die ausgestellten Leder von S. Wertheimer & Söhne in Buda-pest, Eduard Hekuh&Bainer und Julius Wolfner & Co. inPest trugen ihren Erzeugern die Verdienstmedaille ein. EmerichTänczos, Anton Töltenyi, L. L. Wertheim in Stuhlweissenburgerhielten das Anerkennungsdiplom.

Russlands Ausstellung in farbigem Leder zeigt uns wenig Be-deutendes. Dem wichtigen Fabrikationszweig des rothen Juchten wer-den wir bei dem Rindleder die gebührende Beachtung schenken. Un-ter den ausgestellten Ledern haben wir die von Anna Bachruschin inMoskau und Peter Baronovsky & Co. inWarschau als mit der Ver-dienstmedaille gekrönt zu erwähnen, die Leder von anderen Fabri-kanten sind meist unrein in Farbe und in Appretur mangelhaft. Wesent-liche Fortschritte sind wohl kaum nachzuweisen. Das Gleiche gilt vonden rothen und gelben Schaffellen, die, vom Kaukasus kommend, durchdas Comite in Daghestan ausgestellt wurden.

Spanien hat trotz seines ausgezeichneten Materials nur Unbe-deutendes geliefert. Das Fleisch der castrirten und wohl gemästetenZiegen wird in den Städten wie auf dem Lande als ein Leckerbissen ange-sehen und finden sich allenthalben Ziegenscblächtereien von Bedeutung'.

Das spanische Ziegenfell ist in Bezug auf die kräftige, Qualitätdes Leders, Gesundheit der Narbe und Grösse des Felles das besteRohmaterial für die Saffianfabrikation.

Ein gefärbtes Geisfell und ein naturelles chagrinirtes Bockfell, dasD. P. Almela in Murcia zur Ausstellung brachte, bezeugte die Rich-tigkeit des Gesagten.

Die Jury konnte durch das Wenige, was die spanische Abtheilungausstellte, keine Anhaltspunkte für eine umfassende Beurtheilung die-ses Industriezweiges finden.

Von Brasilien kam durch Lima Silva & Co. in Rio de Janeiroeine reiche Collection farbiger und lackirter Leder zur Ausstellung,die uns zeigt, das man alle Anstrengungen macht, sich von den euro-päischen Fabrikaten zu emanzipiren; besieht man aber die Qualitätes Ausgestellten, so wird man wohl behaupten können, dass diese An-strengungen bis jetzt noch vergebliche sind. Die Verdienstmedaillegalt dem Eifer des Fabrikanten, nicht der Güte seiner Products.

Die grösste Zahl der Aussteller in der Lederbranche weist die Türkeiauf. Die kaiserliche Lederfabrik, PericliV ourosumlMosiliot Erna-