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1 (1874)
Entstehung
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Section I. Leder. Gefärbte Leder.

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ähnlichen französischen Fabrikat in den überseeischen Ländern mit ErfolgConcurrenz machen könnten, hatten leider nicht ausgestellt. Auchdie Fabrikate der altrenommirten Saffianfabriken in Calw, Lahr undIdstein suchten wir vergebens. Diese Producte einer bedeutenden In-dustrie gehören sicherlich mit mehr Berechtigung auf eine Weltaus-stellung, als die mancher deutschen Rosslederzurichter, deren Fabrikatenicht ausserhalb des Weichbildes des betreffenden Städtchens zurVerwendung kommen.

Oesterreich, hat in der Fabrikation der schwärzen Geis- und Lamm-leder für Schuhwerk seit der letzten Pariser Ausstellung ganz merk-würdige Fortschritte gemacht. Wenngleich die österreichischen Fabri-kanten auf dem ausländischen Markte nicht mit den genannten KirnerFirmen in Concurrenz treten, so decken sie doch ihren höchst bedeu-tenden inländischen Bedarf ganz ausschliesslich. In quantitativer Be-ziehung ist ihre Fabrikation so bedeutend, dass der englische Marktin dem Encroutematerial tonangebend von ihnen beeinflusst wird.

Die ostindischen und türkischen Bockleder von Hermann Ger-hardus sind das Beste, was in diesem Artikel die Ausstellung aufzu-weisen hatte. Da der Inhaber der Fabrik Mitglied der Jury war, sokonnte ihm die wohl verdiente Auszeichnung nicht zu Theil wer-den. Von Ilassek & Ilofmann, Joseph Johann Krätzer, JacobPilinsky und Franz Heidisch in Wien waren gleichfalls gut ge-arbeitete Bockleder ausgestellt.

Die früher Goldschmidtsche Fabrik, jetzt Lederindustrie-gesellschaft in Prag, hat schön gearbeitete farbige Leder, namentlichgespaltene Schaffelle in grosser Auswahl ausgestellt. Die guten und zu-gleich preiswürdigen Fabrikate haben die Concurrenz des Auslandes inden billigeren Sorten Spaltleder von dem österreichischen Markte ver-trieben. Die Fortschrittsmedaille wurde diesem Actienunternehmenzu Theil.

Die hervorragendsten Industriellen Oesterreichs in der Farbigleder-branche sind A. H. Suess& Söhne in Wien. In keiner anderen Fabrikwerden die ungarischen und türkischen Geis- und Schafleder in solcherMasse zu farbig chagrin Leder verarbeitet, wie in diesem alten undweltberühmten Etablissement. Wenig Fabrikanten verstehen aus die-sem an sich nicht besonders geeigneten aber billigen Material eine soschöne und brauchbare Waare herzustellen. Die Fabrikate con-curriren mit den französischen mit Erfolg auf den überseeischen Märk-ten. Der jetzige alleinige Inhaber, der kaiserl. Rath Herr Ritter Fried-rich von Suess, war Mitglied der kaiserl. Generaldirection der Welt-ausstellung und deshalb seine Firma von der Preisbewerbung ausge-schlossen. Die Jury hatte die höchste Auszeichnung für sie beantragt.