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1 (1874)
Entstehung
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Sectiou IV. Couserven etc. IX. Speiseessig.

Die von 11 Ausstellern aus Portugal vorgeführten Proben Hessenvielfach das Aroma sowie die nöthige Klarheit vermissen, viele hattenebenfalls beim Filtriren Kalksalze aufgenommen und nur drei oder vierProben besassen eine gute Qualität, bezüglich welcher die portugiesi-schen Weinessige überhaupt den spanischen und italienischen etwasnachstehen.

Die von 14 Ausstellern vorgeführten spanischen Essige, meist ausRothwein bereitet und in ansehnlichen Mengen nach Spanisch-Amerikaexportirt, zeichneten sich besonders , durch ein vollkräftiges Aroma aus,welches aber an Lieblichkeit demjenigen der französischen Essige nichtgleichkommt. Mehrere Proben waren dumpfig, unrein im Geschmacke,zum Theile über unvollständig gereinigte Knochenkohle filtrirt, währenddie meisten als recht gut, ja einige als von vorzüglicher Qualität zu be-zeichnen sind. Ohne Zweifel steht die dortige Fabrikation zurück ge-genüber der französischen und italienischen. Recht erfreuliche Resul-tate ergab die Prüfung der ans Italien eingegangenen Wein- undBalsamessige. 15 Aussteller führten die ersteren, zum Theil insehr feiner Qualität vor, nur wenige gaben zu einem Tadel Veran-lassung. Die in Modena fabricirten Balsamessige waren durch sechsdortige Firmen sehr gut vertreten. Einige Proben stammten ans demvorigen Jahrhundert, ja eine sogar aus dem Jahre 1675, indem einhohes Alter eine wichtige Bedingung zur Erzielung eines feinen Aromasist. Diese alten aromatischen Essige besassen eine dunkelbraune Farbe,eine syrupartige Consistenz, mengten sich nur schwierig mit Wasser undenthielten 6 bis 9'8 Proc. Essigsäureanhydrid. Leider konnte überihre Bereitung kein genauer Aufschluss erlangt werden.

Aus Griechenland war eine Probe von Weinessig, aus der Türkeideren elf eingegangen, sodann je eine aus Aegypten und Tunis. IhrAroma erschien ganz annehmbar, aber in Folge einer wenig sorfältigenBehandlung sind sie nur als von höchst mittelmässiger Qualität zu be-zeichnen.

Aus China und aus Japan hatte man ebenfalls mehrere Probengeschickt, welche getrübt und im Geschmacke sowie im Gerüche wenigbefriedigend waren. Ihr Gehalt an Essigsäureanhydrid betrug IV5 bis4'4 Proc. Zwei Aussteller aus Brasilien führten ebenfalls Essigprobenvor, darunter eine, bereitet aus dem Safte des Zuckerrohrs von angeneh-mem Gerüche und Geschmacke, mit 7'6 Proc. wasserfreier Essigsäure.

Schluss.

Auf Tabelle No. V. findet sich eine vergleichende Zusammenstel-lung der Einfuhr Hamburgs in den Jahren 1867 und 1872 an denmeisten' im vorliegenden Berichte erwähnten Artikeln; sie bildet des-