Druckschrift 
1 (1874)
Entstehung
Seite
324
Einzelbild herunterladen
 

324

Gruppe IV. Nahrungs- und Genussmittel etc.

bonbons, welche sich vor vielen ähnlichen vorteilhaft auszeichnen,deshalb vom Publicum sehr, geschätzt sein sollen.

VIII. Senf und sonstige G e w ii r z - P r ä p a r a t e.

Auf dem Gebiete der Senffabrikation hat man in den letzten Jahren,nach den Ergebnissen der vorjährigen Weltausstellung, keine besondershervorragenden Fortschritte gemacht. Im Wesentlichen ei-gaben sichnoch die gleichen Verhältnisse, wie sie Professor Wiesner in seinemBerichte über die Ausstellung im Jahre 1867 schildert (17). Nur viel-leicht noch auffallender äusserten sich jetzt die Yortheile des Gross-betriebs.

Die englischen sogenannten trocknen Senfe, bekanntlich Gemischevon Senfmehl mit Gewürzen, Farbstoffen n. s. w., führten einige grossebereits namhaft gemachte Häuser in England in vorzüglicher Qualitätvor, ebenso eine bekannte Firma aus Newyork und zwei Aussteller ansSchweden, wo die Production in den letzten Jahren erheblich zuge-nommen hat. In den eigentlichen Tafelsenfen behaupteten die franzö-sischen Fabrikanten unbedingt den Vorrang sowohl bezüglich derHaltbarkeit, Qualität, als auch der Ausstattungsweise. Der gute Wein-essig, die richtige Auswahl der Zusätze, die geschickt bemessenenMengenverhältnisse derselben bedingen diese Ueberlegenheit und dengrossen Absatz nicht nur in Frankreich, sondern auch im Auslande.

Von den fünf oder sechs Ausstellern in der französischen Abthei-lung sind besonders Louit freres & Co. zu Bordeaux und A.Borni-bns in Paris zu erwähnen. Die erstgenannte Firma ist wohl das be-deutendste Haus in dieser Branche und schwerlich werden seine feinenSorten in Qualität und geschmackvoller Ausstattung übertroffen.A. Bornibus leistete ebenfalls in der Qualität Vorzügliches, doch liessseine Adjustirung Manches zu wünschen übrig.

In der deutschen Abtheilung hatten 15 Fabrikanten ihre Producteausgestellt. Es zeigten die Proben von fünf Firmen eine geringeHaltbarkeit, sie waren in Gährung gerathen, verdorben. Man ver-missteweitermehrfach die nöthige Aufmerksamkeit bei der Verpackung)bei der Ausstattung der Gefässe sowie in einem Falle die gehörigeSorgfalt bei dem Vermahlen. Diejenigen Aussteller, welche sich durchsaubere, sorgfältige Adjustirung auszeichneten, halten sich noch zu sehran die französischen Muster, entbehren der wünschenswerthen Orginali-tät, vielleicht in allzugrosser Berücksichtigung der Wünsche ihrer Kun-den. Nur J. C. Develey in München machte in dieser Beziehung einehöchst erfreuliche Ausnahme, zeigte einen entschiedenen Fortschritt.Sowohl die Form als auch die Ausstattung seiner Tiegel waren original,