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1 (1874)
Entstehung
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Gruppe IV. Nalmmgs- und Genussmittel etc.

betlieiligt hat. Die letztgenannte Fiscliconserve ist, wie man sagt, eineHamburger Erfindung und sollte deshalb richtiger Hamburger Sardinenheissen. Zwar schon seit längerer Zeit bekannt, erlangte sie doch erst1869 eine grössere Bedeutung, als sie nicht als Delicatesse, sondern alsbilliges Nahrungsmittel (2/ 4 bis 2 ] / 2 Sgr. per Pfund Brutto) auf denMarkt gebracht wurde. Die dazu verwendeten Fische gehören denverschiedenen Arten der Gattung Häring ( Clujpea ) an. Nach demAbschneiden des Kopfes reinigt man die Bauchhöhle möglichst sorgfäl-tig, entfernt das, unmittelbar nach dem Fange, zum Conserviren benutzteSalz und behandelt die so zugerichteten Fische mit Gewürzen. Beidem Verpacken in Fässchen, welche gefüllt 10 Pfund wiegen, werdensie nach vier verschiedenen Grössen sortirt mit abwechselnden Lageneiner Mischung verschiedener Gewürze geschichtet und schliesslich mitEssig übergossen. Die frisch eingelegte Waare muss dann circa vierWochen lagern, um den richtigen Geschmack zu erhalten. Die Fabri-kation beginnt mit dem September, erreicht ihren stärksten Betrieb inder Zeit von.October bis Januar und schliesst Ende März. Die Pro-duction der genannten, rühmlichst bekannten Firma W al k hoff belief sich1864 auf 3 600 Fässchen,

1868 15 000

stieg -

1869 66000

1872 96 000

Ausserdem wurden in dem letzten Jahre 21 456 Fässchen sonstigeFischconserven erzeugt, gegen 8016 in der Saison 1869. Als Neben-zweig betreibt die Firma noch die Fässchen- und Essigfabrikation.Schliesslich wird noch auf die hierher bezüglichen Daten aufmerksamgemacht, welche Tabelle V. über die Aus- und Einfuhr Hamburgs bringt.

Oesterreich-Ungarn. Die 1862 an der Küste des AdriatischenMeeres eingeführte Conservirung von Sardinen und sonstigen Fischenin Oel hat sich in der letzten Zeit gedeihlich weiter entwickelt, sowohlim Lande selbst zum grössten Theile die französischen Fabrikate ver-drängt, als auch in den Donauländern und in der Türkei ihr Absatz-gebiet vergrössert. Damit ging eine Erweiterung des Fischereibetrie-bes Hand in Hand, so dass jetzt, im Vergleiche zu früherer Zeit die dop-pelte Anzahl Barken mit dem Sardinenfang beschäftigt ist und ihreAusbeute zu höheren Preisen verwerthen kann. In den übrigen Bran-chen der Conservenindustrie steht Oesterreich-Ungarn dem deutschenReiche etwas nach, da die bereits mehrfach berührten Bedingungen hiernoch ungünstiger liegen.

Aus Cisleithanien führten 20 Aussteller und aus Ungarn zwei Fir-men hierher gehörige Fabrikate vor. In erster Reihe ist. von ihnenCarl Warhaneck in Wien, Mitglied der Jury und deshalb von der