Section IV. Conserven etc. I. Die eigentlichen Conserven. 289
Proben als vorzüglicher Qualität, nur bei einigen zeigte sich eine etwaszähe, faserige Beschaffenheit. Entweder stammten sie von zu jungemVieh oder das Fleisch wird zu rasch nach dem Schlachten dem Conser-virungsprocess unterworfen.
Der grosse Reichthum der australischen Colonien an Vieh ist all-gemein bekannt. Bei nahezu zwei Millionen Einwohnern zählt mandort über 4 a / 4 Millionen Hornvieh und über 51 Millionen Schafe.
Selbstverständlich sind dort die Fleischpreise nach europäischenBegriffen äusserst niedrig, ein Pfund Fleisch bester Qualität kostet nurwenige Pence.
Bereits vor 25 Jahren machte man Versuche, diesen Vortheil durchExport gehörig auszubeuten. Durch die Entdeckung der Goldfeldergeriethen jene Bestrebungen in Vergessenheit und erst vor sechs bissieben Jahren griff man die Sache wieder auf. Man fing an, das Fleischnach Europa zu schicken, es entstanden mehrere Anstalten, so dieAustralian Meat Preserving Company, die Melbourne MeatPreserving Company, das jetzt bedeutendste Etablissement dieserArt, und die ebenfalls sehr vortheilhaft bekannte Ramornie-Gesell-schaft. Ihr auf dem Londoner Markt erschienenes Product fand aberkaum Beachtung seitens der grossen Masse der Consumenten. HerrnD. Tallermann, jetzt Direct order Australian Meat Agency Com-pany zu London, gebührt das grosse Verdienst, im Jahre 1868, theilsdurch die Presse, theils durch die Errichtung von Garküchen in ver-schiedenen Districten Londons, das Publicum genauer damit bekanntgemacht zu haben. Ihm schloss sich die genannte Firma J. M’Callin dieser Beziehung an. Sie fanden aber bfei diesen Bestrebungengrosse Schwierigkeiten; einerseits hatten sie mit den Vorurtheilen derConsumenten zu kämpfen, andererseits stand der Einführung des Artikelsseine dem Geschmacke wenig zusagende Beschaffenheit im Wege.
Hach vielen Versuchen mit manchen Conservirungsmethodenmusste schliesslich die freilich etwas kostspielige von App er t adoptirtwerden. Das Büchsenfleisch erwarb sich mehr den Beifall des Publi-cums, von 1869 an nahm seine Consumtion rasch zu, so dass jetztseine Production in Australien sich zu einem förmlichen Industriezweigevon ansehnlichem Umfange entwickelt hat. So lieferten 53 Etablisse-ments in den verschiedenen Staaten Australiens und in Neuseeland1872 321 000 Kisten mit Fleisch im Gewicht von 17 518 Tons(ä 1016'06 Kg) und einem Werthe von 890 700 Pf. St. nach England.Nach den statistischen Ausweisen des britischen Handelsamts betrugdiese Fleisch einfuhr:
"Wiener Weltausstellung. I.
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