276 Gruppe IV. Nahrungs- und Genussmittel etc.
werden, widrigenfalls das Destillat einen brenzlichen oder einen eigen-thümlichen scharfen Geschmack erhält. Der erstere ist oft nicht odernur sehr schwierig zu beseitigen und der letztere nur durch eine noch-malige Destillation. Bei vielen Branntweinen der Ausstellung kam auchder eine oder andere dieser Fehler vor.
Schliesslich verdient die Qualität des verwendeten Rohmaterialsgrosse Berücksichtigung. Reife Früchte liefern bessere Sorten alsunreife, ebenso bringen kleine mehr Aroma in das Product, als grosse.So sind die kleinen Waldkirschen, aus welchen das Kirschwasser desSchwarzwaldes bereitet wird, sowie die kleinen Zwetschen, wie siezum Slibowitz benutzt werden, viel geeigneter, als grosse Früchte bei-der Arten.
Nach den Angaben von Cognacfabrikanten fällt dieser Branntweinin der Qualität besser aus, wenn eine gegebene Menge desselben einverhältnissmässig grösseres Quantum Wein erfordert. Es stimmt diesmit -den obigen Bemerkungen über den Reifegrad der Früchte nichtüberein. Sehr reife Trauben liefern einen stärkeren, an Alkohol rei-cheren Wein, von welchem jedenfalls eine kleinere Menge zur Berei-tung von gleichviel Cognac nothwendig ist, als von einem schwächeren,aus unreifen Trauben. Wahrscheinlich liegt der Unterschied darin,dass in Folge des höheren Säuregehaltes des letzteren mehr Aether-verbindungen entstehen. So hat der schwache Wein von 1866 einenvorzüglichen Cognac geliefert.
Cognac.
In Frankreich erzeugt man besonders in den Departements Cha-rente und Charente inferieure grosse Mengen von Cognac; dessen Pro-duction sich 1866 auf 536 640 Hl belief. Ferner bereitet man denArmagnac in den Departements Landes, Gers, Lot et Garonne, jedochin geringeren Quantitäten, so 1866 114 898 Hl. Die Firmen: Societeanonyme de Jensac, II. d’Aussy zu St. Jean d’Angely, L. Beilos& Comp, sowie F. L. Marsin, beide in Cognac, und schliesslich SanJulian in Alicante (Spanien) zeichneten sich durch vorzügliche Qua-lität ihres Cognacs aus.
Rum und Tafia.
Beide Getränke waren namentlich durch die französischen Colonienziemlich zahlreich vertreten. Sowohl auf Martinique, als auch aufGuadeloupe wird deren Production in ansehnlichem Umfange betrieben.1870 belief sich der Werth der Ausfuhr dieser Artikel auf 2 772 069