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1 (1874)
Entstehung
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Gruppe IV. Nalirungs- und Genussmittel etc.

Eppinger in Untermeidling bei Wien, die Geschwin dsche Actien-gesellscliaft und Mayer Krauss, beide in Pest.

Mit Ausschluss der Militärgrenze zählte man nach den Angabendes Specialkataloges 1870 im Königreiche Ungarn 971 fabrikmässigbetriebene Spiritusbrennereien, von welchen die Mehrzahl Kartoffeln,Mais und sonstiges Getreide verarbeiten, ferner erzeugen davon fünfRüben- und sechs Melassespiritus. In demselben Jahre belief sich dieProduction auf 100 206 466 Spritgrade (?) und zwar wurden

98 775 550 Spritgrade aus stärkemehlhaltigen Substanzen,

879 700 rohen Rüben,

551 216 Zuckerabfällen

gewonnen, welche 6 012 588 Gulden (österreichisch) Steuer lieferten.Ausserdem wurden noch in zahlreichen kleinen Brennereien 504 140Eimer (= 58,015 Liter) mehlige Substanzen steuerfrei verarbeitet.

Ungarn hat keinen grossen Export an Spiritus. Derselbe geht nachSerbien, den Donaufürstenthümern und vorzugsweise nach Triest, frü-her bildete auch Italien ein Absatzgebiet. Seitdem aber die Zollver-hältnisse zwischen beiden Ländern geregelt -wurden, nahm die Ausfuhrdorthin ab. In Folge ungünstiger Frachtsätze sowie der Steuerverhält-nisse in Italien ist die Concurrenz des ungarischen Spiritus mit demdeutschen dort sehr erschwert. Schliesslich verdient noch die FirmaBehan, Thorn & Comp, in New-Orleans (Louisiana), wegen eines jähr-lichen Umsatzes von einer Million Dollar und als tüchtige Vertreterindieser Industrie in der nordamerikanischen Union, Erwähnung.

Trinkbranntweine.

Alle ausgestellten alkoholhaltigen Destillate, welche ohne wesent-liche Veränderungen aus Zucker oder stärkemehlhaltigen Pflanzenstof-fen erhalten werden und zum Genüsse bestimmt sind, sollen unter vor-stehender Bezeichnung zur Besprechung gelangen, es gehören sonachdie verschiedenen Branntweine aus Getreide, Obst und dergleichen,ferner Rum, Tafia, Cognac u. s. w. hierher'.

Bei dem häufigen Vorkommen des Zuckers in den Früchten odersonstigen Theilen von Pflanzen, welche gleichzeitig noch andere Bestand-theile von angenehmem Geschmack enthalten, ist die grosse Anzahl vonderartigen Trinkbranntweinen leicht erklärlich. So fanden sich auchin Wien von den französischen, portugiesischen Colonien, von Brasilienund von Indien viele solcher Branntweine aus Früchten vor, da sieaber nur für die betreffenden Gegenden oder Länder eine Bedeutungbesitzen, kann hier ihre nähere Schilderung unterbleiben.

Bei aller Verschiedenheit der Rohmaterialien, bei dem wechselndenAlkoholgehalte lassen sich aber einige Grundsätze feststellen, auf deren