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Section III. Wein, Bier etc. III. Spirituosen.
die beste Waare schicken wollte, liess sich diese Beobachtung ma-chen, indem viele fuselfreie Sprite, Feinsprite, den strengen Anforde-rungen nicht entsprachen.
Einerseits erfordert das vollständige Entfuseln grosse Aufmerk-samkeit, andererseits wird durch die Anwendung von Chemikalien derFusel nicht entfernt, sondern in andere flüchtige Verbindungen über-geführt, welche bei der Rectification nicht vollständig entfernt werdenund stets, selbst bei einem weniger unangenehmen Gerüche und Ge-schmacke, den Spiritus verunreinigen, seine Verwendbarkeit für mancheZwecke beeinträchtigen. Schliesslich ist noch zu bedenken, dass derchemische Bestand des Fusels wechselt, je nach dem zur Spiritusfabri-kation verwendeten Rohmateriale, je nach der Art des Einmaischens,der Concentration der Maische, der Gährung und deren Temperatur.So ist es bei dem Rübensprit sehr schwer, ja vielleicht unmöglich, dieunangenehm riechenden Fuselöle vollständig zu beseitigen, stets be-sitzt derselbe nach dem Entfuseln einen eigenthümlichen etwas schar-fen Geruch, welcher mit jenem des Fuselöls durchaus keine Aehnlicli-keit hat.
Bei den ausgestellten Spritsorten sowie bei vielen Liqueuren mach-ten sich die angedeuteten Fehler bemerkbar. So zeigten die Spirituo-sen aus Russland vielfach einen Beigeschmack, der an die durch Che-mikalien erzeugten flüchtigen Verbindungen erinnerte, während jeneaus Italien und Portugal mehr auf eine unrichtige Behandlung vor,sowie bei der Gährung und auf eine ungenügende Entfuselung hin-wiesen. Bei den Proben von Ausstellern aus anderen Ländern wardagegen vielfach der Geruch des Rüben-, Getreide- oder Kartoffelspritswahrzunehmen. Auch kam es, besonders bei den österreichischen Fabri-kanten, oft vor, dass der Fusel- oder sonstige schlechte Geruch durchwohlriechende Stoffe zu verdecken gesucht wurde. Es ist dies ein im Han-del sehr häufig zu beobachtender Fall; so verkauft man oft unter dem Na-men „französischer Weinsprit“ einen schlecht entfuselten, mit etwas Cog-nacöl versetzten, Kartoffelsprit. Viele Käufer lassen sich dadurch täu-schen und bemerken zuerst nach der Verwendung, dass der Sprit nichtrein war und seiner Bezeichnung nicht entsprach.
Bekanntlich besitzt die Spiritusfabrikation in Deutschland einengrossen Umfang, und man hat es nicht versäumt, die wichtigsten Mo-mente der Entwickelung dieses für die Landwirthschaft so bedeutungs-vollen Industriezweiges in dem musterhaften deutschen S]3ecialkataloge,in Verbindung mit statistischen Daten hervorzuheben. Nach den An-gaben desselben verarbeiteten 1870 im Gebiete des ehemaligen nord-deutschen Bundes 8890 Brennereien, nämlich 1542 in den Städten und7348 auf dem Lande, 6 882 452 Scheffel Getreide und 38 490 536 Schef-fel Kartoffeln mit einem Steuerertrag von 11 904 669 Thalern. DieFabrikation von Getreidespiritus, welche namentlich mit jener der