228
Gruppe IV. Nalmmgs- und Genussmittel etc.
So begann man das Probiren gewöhnlich mit den ältesten Jahrgängenvon annähernd gleicher Qualität, war aber die letztere verschieden, sofing man mit den geringsten Sorten an. Bei jeder grösseren Ausstel-lung sollten die Weine von den einzelnen Ländern vor der Prüfung ambesten durch Vertreter derselben in der angedeuteten Weise gut geord-net sein, ausserdem würde es sich empfehlen, jede Flasche mit der ent-sprechenden Nummer des Katalogs zu versehen, um dadurch das Auf-stellen sowie das Auffinden im Kataloge zu erleichtern. Am bestenlassen sich diese Nummern in der Vertiefung des Bodens der Flascheanbringen, so dass man sie bei dem Liegen der letzteren leicht wahr-nehmen kann. Werden von jeder Sorte zwei Proben eingeschickt, sosind beide mit der gleichen Nummer zu versehen, widrigenfalls dasAufsuehen und Ordnen sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.
Von nicht geringerer Wichtigkeit für- die Arbeiten der Jury dieserSection sind genaue Kataloge, besonders wenn, wie in Wien, Tausendevon Proben versucht werden sollen. In denselben müssen nicht nurdie Namen und Wohnorte der Aussteller, sondern auch jede einzelneSorte des betreffenden Getränkes verzeichnet sein. Die seither inden Katalogen gebräuchlichen Bezeichnungen „Wein“, „Bier“, „Spiri-tuosen“ haben fast gar keinen Werth. Nach Beurtheilung jeder Probewerden die Noten ertheilt und eingeschrieben; während nun bei ande-ren Sectionen fast ohne Ausnahme jedes einzelne Jurymitglied ohneSchwierigkeit auf den Gegenstand zurückkommen, ihn wiederholt prü-fen oder besichtigen kann, wenn seine darüber gemachten Notizen ihmnicht ausreichend erscheinen, ist dies namentlich bei Weinen nichtmöglich. Die angebrochene Flasche steht nicht mehr ,zur Verfügungund die Reserveprobe kann füglich nur in ganz besonderen Fällen nochzu einer Nachprüfung beigeholt werden. Fehlen somit die Katalogeoder sind sie nicht ausführlich genug, so erfordert das Einschreiben derWeinsorte, ihres Jahrgangs, des Namens und Wohnorts des Ausstellerssehr viel Zeit und verlangsamt auf diese Weise die Arbeit, welche dochbei der grossen Zahl der Proben rasch erledigt werden soll. Die ein-zelnen Jurymitglieder können ferner in diesem Falle nicht leicht Noti-zen für ihren späteren Gebrauch machen, sie verlieren dadurch leichtden so wichtigen Ueberblick über den Gang der Beurtheilung und überdie Fortschritte der einzelnen Aussteller und Länder. Ausserdem istdas Auffinden der Proben, der Einsender derselben bei einer nachträg-lichen Revision ungemein erschwert.
Aus diesen Bemerkungen wird zur Genüge der grosse Nutzen vongenauen ausführlichen Katalogen hervorgehen.
In Wien waren nun weder die Proben geordnet, noch genaue Ver-zeichnisse (1) vorhanden.
Die erste Arbeit bestand somit im Zusammenstellen und Katalo-gisiren derselben. Dabei darf freilich nicht unerwähnt bleiben, dass