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1 (1874)
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Gruppe IV. Nalirungs- und Genussmittel etc.

Fabrikanten dadurch henachtheiligt, wünschen sehnliclist freien Ver-kehr, Parität für ihr Product, welches, wie sie sagen, mit den Halm-früchten rangirt und für die Ernährung mehr Bedeutung besitzt, alsdie Gelehrten anerkennen wollen. Sicherlich ist dieses Begehrenbei der grossen Ausdehnung der Industrie, ihrem woblthätigen Ein-flüsse auf den landwirthschaftlichen Betrieb vieler Gegenden, auf diePapierfabrikation, von welcher sie jährlich für 1 Million Gulden Waarenbezieht, auf die Stein- und Buchdruckerei, vollständig gerechtfertigt.

In Wien war sie in sehr anerkennenswerther Weise durch 16meist bedeutende Firmen vertreten. Von denselben mögen genanntwerden: Heinrich Franck Söhne in Ludwigsburg mit fünf Fabrikenund 125 000 Ctr. jährlicher Production, die beiden Lalirer Häuser D.Völcker mit78000Ctr. und C.Trampler mit 30 000 Ctr. Jahrespro-duetion, schliesslich Fr. Engelhardt in Büsselslieim am Main, wel-cher jährlich 15 000 Ctr. Surrogate liefert.

Oesterreieh-TJngarn. Bei der verhältnissmäsig wenig ausge-dehnten Cichoriencultnr werden in der österreichisch-ungarischen Mo-narchie grosse Mengen von Feigenkaffee, ein Gemisch von zerriebe-nen Feigen, geröstetem Roggen oder Gerste und meist etwas Cichorie,erzeugt. Sowohl im chemischen Bestände als auch im Geschmack so-wie in der Farbe -steht jedoch dieses Surrogat jenem aus Cichorienund Rüben nach. Die Fabrikation des letzteren ist dort noch nicht soumfangreich, das Product von geringerer Qualität und dessen Consumnoch nicht so ausgedehnt als in Deutschland, dessen Fabriken etwadie Hälfte des Bedarfs in Oesterreich-Ungarn decken und dabei öfterdurch die Nachahmung ihrer Etiquetten zu leiden haben. Auch Belgienliefert Einiges nach Oesterreich.

In Wien hatten beiläufig 18 Firmen Kaffeesurrogate ausgestellt,darunter 8 bis 10 Fabriken von grösserem Umfange. Durch massen-hafte Production bei anerkennenswerther Qualität zeichnete sich dasbereits erwähnte Haus August Tsehinkels Söhne und BrüderTsehinkel aus; dasselbe erzeugt in drei Fabriken in Böhmen undKram jährlich 135 000 Ctr. Cichorien- und 15 000 Ctr. Feigenkaffee.

Sonstige Länder. Italien, mit nicht bedeutender Production,Frankreich und England waren nicht vertreten, nur die Schweiz, Bel-gien und Holland hatten je zwei, Schweden einen und Russland fünfAussteller von Kaffeesurrogaten aufzuweisen, von welchen die letzterenwohl noch am meisten Anerkennung verdienten. Das russische Fabrikatist nämlich durchweg schön und kräftig, kommt dem deutschen ammeisten gleich. Die mitunter sehr bedeutenden Etablissements beziehenviel Cichorienwurzeln aus den Niederlanden, ohne aber den inländischenConsum von Surrogaten decken zu können, so dass dort deutscheFirmen Absatz finden.