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1 (1874)
Entstehung
Seite
223
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Section II. b. Cliocolade, Zuckerwaaren u. Kaffeesurrogate. 223

ren. Das ziemlich kostspielige Abfüllen derPackete nach der Fermen-tation sUchte man durch Maschinen auszuführen, solche haben aber bisheute noch kein allseitig befriedigendes Resultat geliefert, so dass manes vielfach vortlieilhafter findet, diese Operation mittelst der Hand-arbeit bewerkstelligen zu lassen. In gleicher Weise entsprachen dieMaschinen zur Anfertigung der Hülsen nicht überall den Erwartun-gen, und über den neuen Fermentationsapparat, welcher in Wien aus-gestellt war, liegen noch keine Erfahrungen vor.

In der letzten Zeit wurden zahlreiche neue Etiquetten eingeführtund damit der Betrieb nicht unerheblich belästigt und vertheuert, so dasseine Verminderung derselben höchst wünschenswerth wäre, was sehrleicht durch ein gemeinsames Vorgehen der Fabrikanten erreicht wer-den könnte. So liefert eine Firma ihreWaare unter 103 verschiedenenBezeichnungen in den Handel, da nun jede einzelne wieder in 1, x / 3 , 1 / 4 , x / 6und Vs Pfund zu verpacken ist, so muss dieselbe nicht weniger als515 Sorten Packete anfertigen lassen. Schon seit längerer Zeit nimmtdie Cichoriencultur in Deutschland ab, reicht ihr Ertrag zur Deckungdes inländischen Bedarfs nicht aus. Viele Fabriken beziehen deshalbansehnliche Mengen dieses Rohmaterials aus Belgien und Holland, wogrosse Güter, geeignete Bodenverhältnisse und kein so grosser Mangelan Arbeitskräften dessen Cultur in hohem Grade begünstigen. NachAufhebung des Eingangszolls auf getrocknete Wurzeln aus Hollandoder Belgien hat sich das Geschäft lebhafter entwickelt, die Fabrikensind in dem Bezüge der Wurzeln unabhängiger geworden, sparen be-deutende Summen an Zoll, mussten aber diese Vortheile theuer erkaufen,indem auch gleichzeitig der Eingangszoll für fertige Waare fiel unddamit die Concurrenz des Auslandes innerhalb der Grenzen des deut-schen Reichs bedeutend erleichtert wurde.

Schon seit beinahe 30 Jahren verwendet man neben der Cichorien-wurzel auch erhebliche Mengen von Zuckerrüben. Man mischt beidegewöhnlich in dem Verhältnisse, dass das fertige Product 1 / e der letz-teren enthält, in manchen Gegenden, z.B. in Bayern, verlangt man aberein süsses Surrogat und so kommen auch Mischungen vor mit V 3Zuckerrüben. Ausserdem werden noch geringe Quantitäten Feigen-kaffee in Deutschland produeirt.

Gutes Rohmaterial, ein sorgsamer, intelligenter Betrieb sowiegrosse Ausdauer haben den deutschen Fabrikanten eine gewisse Ueber-legenheit, einen ansehnlichen Absatz im Auslande verschafft. Sieexportiren nach Oesterreich, Italien, der Schweiz, Frankreich, Russlandund Nordamerika (14). Dabei ist ihnen die Concurrenz in den betref-fenden Ländern durch die Eingangszölle derselben sehr erschwert. So er-heben Oesterreich und Frankreich 2 Reichsmark, die Schweiz ungefährl 1 /? Reichsmark pr. Centner fertiger Waare. Gegenüber dem Fort-falle der deutschen Eingangsabgaben fühlen sich die einheimischen