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1 (1874)
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(Iruppe IV. Nnlmmgs- und Genussmittel etc.

dern, kann doch bei aller Unkenntniss, bei allem Mangel eines Ver-ständnisses der massenhafte Gebrauch des Cichorien- und Rübenkaffeesirgend einen wohlthätigen durch die Erfahrung beobachteten Einflussauf die Ernährung üben. Bedenkt man namentlich, dass von Bibraeinen auf das Nervensystem wirkenden Körper in den Cichorienwurzelnsignalisirt, dass Sch ei bl er in den Zuckerrüben das Betai'n fand, wel-ches mit dem aus der Gehirnsubstanz sich ableitenden Neurin in nahenBeziehungen steht und vermuthlich von einem sehr verwickelt zusam-mengesetzten sowie leicht zersetzbaren Körper abstammt, dessen Analogiemit dem in der Nervensubstanz vorkommenden Protagon nahe gelegtist (13), so besteht vielleicht zwischen Kaffee und seinen Surrogatenaus den genannten Pflanzen, abgesehen von den gemeinsamen Bestand-theilen, eine grössere Verwandtschaft als man seither anzunehmenberechtigt war. Jedenfalls vermögen nur wiederholte chemische undphysiologische Untersuchungen über die angedeuteten Punkte Auf-schluss zu geben und sicherlich sind solche im Hinblick auf die damitverknüpften wirthschaftlichen Interessen höchst wünschenswerth.

Deutsches Reich. Vor etwa 100 Jahren baute man in Deutsch-land, am Nordrande des Harzes namentlich, die Cichorie an und be-nutzte ihre Wurzel als Kaffeesurrogat anfangs nur für den eigenenBedarf. Dieselbe wurde geschnitten und nach dem Trocknen auf Hand-mühlen zuMehl zerrieben. Zwischen 1790 und 1796 betrieben bereitseinige Kaufleute in Braunschweig und Magdeburg in grösserem Maass-stabe die Herstellung, es entstanden dort sowie in Lahr mit Beginnunsers Jahrhunderts einige Fabriken, welche nur nach Bekämpfungvieler Hindernisse und Vorurtheile ihrem Artikel vorzugsweise bei derweniger bemittelten Bevölkerung Eingang und Verbreitung verschaff-ten. Die Continentalsperre sowie die Ausdehnung der Cichorienculturin der Magdeburger Gegend u. s. w. trugen zum Aufschwünge des In-dustriezweigs bei. 1817 entsteht die Fabrik in Rüsselsheim, 1820 einein Offenbach am Main und 1822 die von Heinrich Frank Söhne inLudwigsburg (Würtemberg), es folgen allmälig noch viele nach, bismit Beginn der 60er Jahre ihre Zahl abgeschlossen erscheint. In den30er oder Anfangs der 40er Jahre wurde die Dampfkraft zum Betriebeeingeführt, es gelangten dann später verbesserte Schneidemaschinenzur Benutzung, welche die keilförmige Wurzel in ganz regelmässigen,das gleichmässige Trocknen erleichternden Schnitten lieferten, ebensozweckmässig construirte Trocken- und Röstapparate, Mühlen- und Kol-lergänge, sämmtlieh von grösserer Leistungsfähigkeit sowohl in quali-tativer als auch in quantitativer Beziehung. Es wurden damit dieBetriebskosten vermindert, die Fabrikate in ihrer Qualität erhöht unddamit der Consum vergrössert. So erzeugen jetzt viele Etablissementsdas doppelte Quantum im Vergleiche zu der Zeit vor 10 bis 12 Jah-