Section II. 1). Cliocolacle, Zuckerwaaren u. Kaffeesurrogate. 221
düngen aus den französischen Colonien, nur einige Aussteller von Mar-tinique und Guadeloupe führten vorzügliche, in Zucker eingemachteAnanas, Citronen u. s. w. vor. Auch eine Firma von Algier fand mitihren sehr beachtenswerthen Proben von in Zucker eingemachten Ba-nanen und sonstigen dort mit gutem Erfolge cultivirten Früchten vieleAnerkennung.
Schliesslich verdienen die aus Tunis, Aegypten und Japan einge-gangenen Erzeugnisse der Conditorei nur eine kurze Erwähnung.
III. Kaffeesurrogate.
Gegenwärtig betrachtet man, vom wissenschaftlichen Standpunkteaus, die Kaffeesurrogate eher als fast werthlose Ersatzmittel des Kaffeesdenn als wichtige Genussmittel, deren umfangreicher Gebrauch derUnwissenheit oder der absichtlichen Täuschung des Publicums zuzu-schreiben ist. Man sieht demgemäss ihre Fabrikation gewissermaassenals ein nothwendiges Uebel an,,als einen Industriezweig, welcher, dernaturgesetzlichen Grundlage entbehrend, nur wegen seines wohlthäti-gen Einflusses auf den landwirthschaftlichen Betrieb vieler Gegendensowie auf die wirthschaftlichen Verhältnisse überhaupt, also aus Zweck-mässigkeitsgründen, Beachtung und Duldung verdient.
So wollte man seine Fabrikate von der Preisbewerbung bei derletzten Pariser Ausstellung grundsätzlich ausschliessen (10), so sprichtWiesner in seinem Berichte über dieselbe (11) sein Bedauern aus,dass von allen Surrogaten gerade das schlechteste, die Cichorie, sicham meisten Geltung verschafft habe, trotzdem nach v. Bibra’s Unter-suchungen (12) sie nicht die wesentlichen Bestandtheile des Kaffeesund sogar der Gesundheit schädliche Substanzen enthalte.
Nach dieser Auffassung geht jährlich in Deutschland eine Summevon beiläufig 15 Millionen Gulden, so zu sagen, nutzlos, ohne wesent-lich zur Ernährung beizutragen, verloren, indem mindestens 1 MillionCentner Cichorienkaffee von dem angegebenen Werthe in 45 bis 48,ja nach anderen Angaben in 200 Fabriken aus 3 V 2 bis 4 MillionenCentner frischer Cichorien wurzeln im Durchschnitt jährlich erzeugtund consumirt wird.
Bei aller Hochschätzung der Resultate wissenschaftlicher For-schungen darf man sich jedoch andererseits nicht verhehlen, daSs diesel-ben sowohl in Bezug auf die Wirkungen solcher Genussmittel, wie derKaffee und dessen Surrogate, als auch in Betreff ihres chemischen Be-standes noch manche Lücken darbieten, darüber noch kein vollständi-ges Licht verbreitet haben. Analog der Benutzung des Mate in Bra-silien oder sonstiger Pflanzenstoffe in anderen wenig cultivirten Län-