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Gruppe IV. Nalmings- und Genussmittel -etc.
Sowohl durch die Zollgesetzgebung als auch durch den grossenZug der Touristen hat sich die Chocoladefabrikation in der Schweiz,und zwar vorzugsweise in der französischen, in blühender Weise weiterentwickelt. In Wien war sie durch drei Aussteller sein 1 gut vertreten;unter denselben befand sich die allerwärts vortheilhaft bekannte FirmaPli. Suchard in Neufchatel, welche sich bei solider Qualität namentlichdurch eine bewundernswerthe Erfindungsgabe bei der Herstellung vongeschmackvollen, sowie zur Belehrung dienenden Verpackungen aus-zeichnet. Nach wiederholter Erweiterung ihres Etablissements erzeugtsie jetzt jährlich 500 000 Kg Chocolade und erfreut sich eines ausge-dehnten Absatzes nach fast allen Ländern Europas, sowie nach vielenüberseeischen Plätzen.
Deutsches Reich. Wenn*auch nicht vollzählig, so waren dochdie deutschen Fabrikanten in Wien ziemlich zahlreicherschienen, indemdie hierher gehörigen Artikel beiläufig 30 Aussteller eingesendet hatten,worunter freilich einige sich befanden, deren Objecte vorzugsweise zurIY. Section dieser Gruppe gehörten und hier keine weitere Berücksich-tigung finden. Vor Allem Hessen ihre Leistungen deutlich erkennen,dass sie ihren französischen Concurrenten ebenbürtig zur Seite treten,dass sie eifrig bestrebt sind, dem deutschen Fabrikate in seiner Heimathgrössere Geltung zu verschaffen und die früher nicht ganz ungerecht-fertigte Vorliebe für französische Etiquetten mit Erfolg bekämpfen.So hat sich in den letzten 5 bis 6 Jahren in dieser Beziehung ein be-deutender Umschwung vollzogen; die Franzosen beeinflussen nicht mehrin dem frühem Maasse den Markt in Deutschland, derselbe ist vomAuslande unabhängiger geworden.
Nach zuverlässigen Angaben begünstigen die Zollverhältnisse je-doch noch die auswärtige Concurrenz besonders in den feineren Choco-ladeartikeln.
Frankreich gewährt nämlich eine Ausfuhrprämie von 4 Sgr. pr.Pfund , Holland besteuert nicht den Cacao bei der Einfuhr; bezahlennun zwar die Fabrikanten beider Länder bei dem Eingänge ihrer Waarenin das deutsche Reich 7 Thlr. Zoll pr. Centner, so befinden sie sich denInländern gegenüber immer noch im Vortheil. Denn für Cacao mussbei seiner Einfuhr 5 2 / 3 Thlr. pr. Centner entrichtet werden, durch seineReinigung und Röstung verliert derselbe je nach Qualität 28 bis 33 Proc.seines Gewichts, so dass der Zoll für das Rohmaterial und das fertigeProduct sich nahezu gleichkommen.
Diese so hohe Besteuerung des Cacao soll auch eine der Ursachensein, dass in Deutschland kaum ein Zehntel der als Cacaopulver oderals Chocolade in den Handel gebrachten Producte eine solide reineQualität besitzt, sondern dass die Mehrzahl derselben eine oft beträcht-liche Menge fremdartiger und billigerer Substanzen enthält. Denn