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1 (1874)
Entstehung
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213
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Section II. b. Chocolade, Zuckerwaaren u. Kaffeesurrogate. 213

Vielfach wird sich Gelegenheit bieten, dies durch statistische Angabenzu belegen und zu zeigen, wie das Kleingewerbe allmälig verschwindet,vielleicht am zweckmässigsten die Kolle des Vermittlers zwischen Fa-brikant und Consumenten übernimmt.

Sowohl bei den Zuckerwaaren als auch bei der Chocolade kommtwesentlich die Form, die Gestalt, die Ausstattung oder die Verpackungoder beide Momente gleichzeitig in Betracht. In dieser Beziehungstellt die heutige Geschmacksrichtung hohe Anforderungen an die Fabri-kanten. Sie verlangt eine ansprechende, hübsche, auch der Substanzangepasste Form oder Gestalt, sowie eine schöne, elegante oder garluxuriöse Verpackung, welche die Waare gleichzeitig vor schädlichenEinflüssen schützen und ebenfalls mit ihr in einer gewissen Ueberein-stimmung sich befinden muss. Sie spornt damit den Erfindungsgeistsowie den Schönheitssinn des Producenten an, drängt ihn zur Benutzungder von der Photographie , Papeterie u. s. w. gebotenen Hilfsmittel,überhaupt zu einer mehr kunstgerechten Auffassung bei der Auswahlder Form, der Herstellung der Waare und deren Verpackung.

Ueberblickt man nun diese auf der Wiener Ausstellung zu Tagegetretenen Leistungen im Ganzen, so sieht man den Forderungen derZeit in-befriedigender Weise Rechnung getragen, man findet fast durch-weg einen besseren Geschmack, eine grössere Eleganz, ja vielleichtzuweilen einen übertriebenen Luxus. Freilich würde auch etwas ge-sündigt, indem namentlich mehrere Chocoladefabrikanten ihr Productals Material von grösseren plastischen Darstellungen vorführten. Esgeschah dies jedoch augenscheinlich mehr in der Absicht, die tadelloseQualität, die Haltbarkeit und massenhafte Erzeugung desselben zurAnschauung zu bringen, als um das Streben nach kunstgerechter Vol-lendung darzulegen.

Unstreitig ist die Chocolade mehr Nahrungs- als Genussmittel,wie viele Erfahrungen sowie auch der chemische Bestand ergeben. Sowar sie in-dem letzten Kriege stets die willkommenste Liebesgabe fürviele deutsche Soldaten. Trotzdem ihr Preis sich noch hoch berech-net, trotzdem sie bis jetzt nur einen Artikel der Consumtion für dieWohlhabenden bildet, sie noch nicht oder nur in sehr beschränktemMaasse in den grossen Kreis der weniger Bemittelten drang, so ver-dient sie doch für d\e Verpflegung der im Felde stehenden Truppenalle Beachtung.

Am bedeutendsten ist ihr Verbrauch in Spanien und Portugal,dann kommen Frankreich, Holland, Italien, Belgien. Oesterreich-Ungarnsteht in dieser Beziehung am weitesten zurück, Deutschland weistebenfalls eine verhältnissmässig geringe Consumtion auf, welche nochnicht ein Zehntel derjenigen Frankreichs pr. Kopf der Bevölkerung be-trägt. Fast in allen Ländern soll der Genuss der Chocolade zunehmen,besonders in Deutschland und Oesterreich-Ungarn; in Folge dessen