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1 (1874)
Entstehung
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194
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194 Gruppe IV. Nahrungs- und Genussmittel etc.

ratorien der Zuckerfabriken. Unter diesen hockst- interessanten Gegen-ständen verdient vorzugsweise der neue Scheiblersche Apparat zurBestimmung des Raffinationswerthes (des theoretischen Rendementsder Rohzucker, durch directe Ermittelung des Gehaltes derselben ankrystallinischem Zucker), besondere Erwähnung, da er geeignet seindürfte, sowohl in der Rübenzuckerindustrie, als demnächst auch bei derSteuergesetzgebung eine grosse Rolle zu spielen.

Eine der deutschen Collectivausstellung ausserdem beigefügte Wand-karte grössten Maassstabes veranschaulichte diegeographische Lage derZuckerfabriken des deutschen Reichs in recht deutlicher Weise.

Zum Schluss sei erwähnt, dass Deutschland, welches sich gleichwiein Paris auch in Wien wieder den Ehrenplatz unter den zuckerprodu-cirenden Ländern errungen hat, mit seinen diesjährigen Erfolgen wohlzufrieden sein kann, nicht minder aber auch derVerein für dieRübeu-zuckerindustrie , da von seinen 68 Ausstellern 6 die Fortschritts-medaille, 39 die Verdienstmedaille und 21 das Anerkennungsdiplomerhalten haben. Gewiss ein recht beachtungswerthes Resultat!

Oesterreich - Ungarn. Die Rübenzuckerindustrie dieser Ländersteht nahezu auf derselben Stufe, wie in Deutschland. Obwohl mithohen Besteuerungsziffern und ungünstigen Verhältnissen kämpfend,hat sich dieselbe besonders in den Kronländern Böhmen und Mährensehr gehoben. In der Campagne 1867/68 betrug die Verarbeitung anRüben in 151 Fabriken 22 Millionen Wiener Centner, während sie inder Campagne 1871/72 in 228 Fabriken 32 Millionen Wiener Centnererreichte.

Der inländische Consum an Zucker ist in Oesterreich verhältniss-mässig gering, weshalb die dortige Rübenzuckerindustrie darauf ange-wiesen ist, einen grossen Theil ihrer Production zu exportiren, was imletzten Jahre bis zur Höhe von 1 600 000 Centner (auf Rohzucker re-ducirt) geschah. Das ausländische Absatzgebiet der österreichischenZuckerindustrie besteht in der Schweiz, Italien, dem Oriente und denDonaufiirstenthümern. Freilich hat sie dabei die Concurrenz Belgiensund Frankreichs zu bestehen, wovon besonders die letztere eine sehrdrückende ist, da die französischen Fabrikanten eine exorbitante Export-prämie gemessen, welche es ihnen möglich macht, ihre Producte zueinem niedrigeren als dem Erzeugungspreise an das Ausland verkaufenzu können.

Oesterreich besitzt, wie schon erwähnt, gegenwärtig 228 Fabriken,in denen vorzugsweise nach dem Diffusionsverfahren gearbeitet wird,und war auf der Wiener Weltausstellung durch 91 Aussteller vertreten.Davon fällen allein 53 auf Böhmen, 19 auf Mähren und Schlesien,6 auf Galizien, 10 auf Ungarn, 2 auf Niederösterreich und 1 aufSteiermark.