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1 (1874)
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Gruppe IV. Nahrungs- und Genussmittel etc,

gen jedoch nach -wenigen Jahren wieder ein; Acliard aber führte seineFabrik mit grossen Opfern und eisernem Fleisse fort; dauernd bestrebt,die dem jungen Gewerbe noch anhaftenden technischen Schwierigkei-ten zu bewältigen, sowie die einzelnen Fabrikoperationen zu vervoll-kommnen. Einige zu dieser Zeit in Frankreich errichtete Versuchs-anstalten reussirten nicht und ein im Jahre 1800 erschienener Berichteiner seitens des französischen Instituts ernannten Commission, wel-cher sich durchaus zu Uugunsten der neuen Industrie aussprach, trugviel dazu bei, dass die junge Rübenzuckerfabrikation in Misscredit kamund man die Bemühungen Achards, als die eines Projectenmachers,geradezu verspottete. Acliard selbst, sowie seine der Sache vertrauendenFreunde, die obengenannten Koppy, Nathusius, Professor Hermb-städt, Lampadius, welcher zu Rottendorf in Sachsen eine Fabrikerrichtet hatte, sowie der Leiter ein er grösseren F abrik in A u g s b u r g * )Hessen sich jedoch durch vorübergehende Misserfolge, wie sie natur-gemäss jedem neuen Verfahren anhaften, nicht entmuthigen , steuer-ten vielmehr unverdrossen und unablässig ihrem vorgesteckten Zieleentgegen. Es war jedoch erst dem Napoleonschen Continental-system (Decret vom 21. November 1806), der sogenannten Continental-sperre und den von England dagegen ergriffenen Repressalien Vorbe-halten , der Rübenzuckerindustrie die allgemeine Aufmerksamkeit undBeachtung wieder zuzulenken. Der rasch und zu einer enormen Höhegestiegene Preis des Colonialzuckers (das Pfund kostete über einenThaler) wurde Veranlassung, dass zahlreiche Fabriken entstanden, frei-lich meist gegründet von unfähigen Geldspeculanteu, die der neuenIndustrie weder aus Liebe zugethan waren, noch auch technische Be-fähigung für industrielle Unternehmungen besassen, und kann es dahernicht Wunder nehmen, dass diese Fabriken mit dem Sturze des .Napo-leon'sehen Systems eben so rasch wieder verschwanden, als sie ent-standen waren.

Napoleon I. beschützte und förderte die junge Industrie in jedernur möglichen Weise; so wies er eine Million Franken und 32,000IJeetaren Land für den Anbau von Rüben an und errichtete fünf Fach-schulen für den theoretischen und praktischen Unterricht in der Rüben-zuckerfabrikation. Englischerseits dagegen bot man Alles auf, um dieneue Industrie nieder zu halten, indem man sich nicht scheute demBegründer der Rübenzuckerindustrie, Achard, 200,000 Thaler zu bie-ten für eine Schrift, in welcher er bestätigen sollte, dass sein Enthu-siasmus für die Rübenzuckerfabrikation geschwunden sei, und dassdie Erfahrungen im Grossen die seiner im Kleinen ausgeführten Versuchenicht bestätigt hatten**); ferner, indem man, nach dem Fehlschlagen

*) Derselbe fabricirte im Jahre 1810 schon 20 000 Pfund Zucker.

**) Man sehe hierüber des Prinzen Louis Napoleon, des späteren Kai-sers Napoleon III. Schriften, pag. 171.