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1 (1874)
Entstehung
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I

Zweite Section.

Zucker, Cliocolade, Zuckerwaarenund Kaffeesurrogate.

a. Zucleer.

Berichterstatter: Cominerzienrath L. Wrecle in Berlin.

Es ist gewiss gerechtfertigt, den Bericht über die "Wahrnehmungenauf der Wiener Weltausstellung hei dem ArtikelZucker mit demfür uns wichtigstenTheile desselben, demRübenzucker, zu beginnen,um so mehr, als ja auch Deutschland als die Wiege der Rübenzucker-industrie zu gelten hat.

Lassen wir indessen über die Geschichte nnd die Statistik derRübenzuckerindustrie in aller Kürze das Folgende vorausgehen.

Nachdem der Rohrzucker als ein Bestandtheil des Saftes derRunkelrübe (Beta cicla und Beta vulgaris ) durch Andreas Sigis-mund Marggraf, Director der physikalischen Classe der Akademieder Wissenschaften zu Berlin, im Jahre 1747 erkannt worden, war esdessen Schüler und Nachfolger im Directorat derselben Classe der ge-nannten Akademie, Franz Carl Achard, welcher die von seinem Leh-rer unter der Ungunst der damaligen Yerhältnisse und Zuckerpreisepraktisch nicht verwirklichten Ideen aufnahm, zuerst auf seinem GuteCaulsdorf bei Berlin Rübenzucker im grösseren Maassstabe darstellteund demnächst im Jahre 1796, auf dem ihm zur Ausbildung derneuen Industrie vom Könige von Preussen, Friedrich Wilhelm II.geschenkten Gute Kunern*) die erste Rühenzuckerfabrik errichtete.Dieser Fabrik , als einer Lehranstalt für In- und Ausländer, folgtenbald zwei apdere Fabriken namhafter deutscher Landwirthe : die des -Freiherrn von Koppy zu Krain bei Strehlen, und die des HerrnNathusius zu Althaldensleben bei Magdeburg, sodann imJahre 1802 auch einige in Böhmen. Die meisten dieser Fabriken gin-

*) In Niederschlesien, Reg.-Bez. Breslau am Oderflusse belegen.