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1 (1874)
Entstehung
Seite
177
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Section I. Melil u. Mehlfabrikate. Die Stärkemehlarteil. 177

Amerika. 1862 erschien die vollständig reine Maisstärke unterdem Namen Maizena auf der Londoner Ausstellung. Sie fand auchbald in Europa zu feinen Bäckereien Anwendung, so dass jetzt ihrConsum ein sehr bedeutender ist. In vorzüglicher Qualität hatten siedrei Firmen aus der nordamerikanischen Union eingesendet. Von den-selben verarbeitet eine, nämlich The St. Bernhard Starch Worksvon And. Erkenbrecher zu Cincinnati (Ohio) täglich 400 Ctr. Mais,sie soll weiter im Begriffe stehen, ihre Production um die Hälfte zuvermehren. Sie verfolgt ein verbessertes Verfahren, über welches lei-der keine näheren Mittheilungen vorliegen. Zu vielen technischenZwecken stellt man ausser der Maizena noch eine etwas weniger sorg-fältig raffinirte Maisstärke in den nordamerikanischen Fabriken dar.

Die Regierung der Vereinigten Staaten von Venezuela führteStärkemehl aus elf verschiedenen meistens bekannten Pflanzenspeciesvor, die Proben Hessen aber eine wenig aufmerksame Reinigung erken-nen und besitzen als Handelsartikel keine Bedeutung.

Aus Brasilien hatten 18 Aussteller die Producte der dort in grosserAusdehnung cultivirten Maniokpflanze (Manihot utilissima und Mani-hot Aipi), ferner Arrowroot (Maranta arundinacea) , Stärkemehl ausMais, Yamswurzeln (Dioscorea alata) und Jacatupe (Pachyrhizus an-gulatus) eingesendet. Besonders zeichneten sich die Tapiocasorten undManiokmehle durchschnittlich durch gute Qualität aus, ja einige derersteren zählten wegen ihrer reinen weissen Farbe und feinkörnigenBeschaffenheit zu den besten der ganzen Ausstellung, besonders dieProben von August Almeida in Pernambuco, dessen Maniokmehleebenso ausgezeichnet waren. Vorzügliche Leistungen bekundete fer-ner C. Amerigo Guimaraes in Parana in der Verarbeitung ver-schiedener Rohstoffe. Etwas weniger befriedigend fiel die Prüfungder Arrowrootsorten aus, deren Mehrzahl eine mittelmässige Qualitäthesass.

Wahrscheinlich liegt dies in dem Fabrikationsverfahren begründetoder in seiner nicht sorgfältigen Ausführung.

Nach Simmonds (16) wird die Cultur der Maniokpflanzen haupt-sächlich in der Provinz Santa Catharina betrieben; 14 Fabriken er-zeugen daselbst durchschnittlich im Jahre 500000 Alqueires (=38Lit.)Maniokmehle, zum grössten Theile für den einheimischen Bedarf. DieAusfuhr Brasiliens von Tapioca hat sich in den letzten Jahren, erheb-lich vermindert; sie fiel von circa 12 Millionen Liter im Jahre 1866auf 7 Millionen Liter im Jahre 1871. Ob diese Erscheinung die Folgeder Concurrenz anderer Länder oder der Kartoffelstärke ist, lässt sichschwer feststellen.

Die Colonien Europas. Die Colonien Frankreichs hatten einegrosse Anzahl meistens bekannter Stärkemehlarten gesendet, sie viel-

"Wiener Weltausstellung. I. in