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Gruppe IV. Nahrungs- und Gennssmittel etc.
Seit Abschaffung des Eingangszolls hat die Einfuhr von Sago undTapioca in England stetig zugenommen; sie belief sich
1830 auf 3 000 Centner,
1841 „ 52 000 „
1850 „ 90 000 „
1860 „ 149 825 „
1870 „ 344 000 „
Ferner betrug der Werth der nach England importirten essbarenStärkemehle
1860 . 206 438 Pfund Sterling,
1870 . 366 550 „ „
1871 . 485 706 „ „
So zeigte sich zu Wien im Wesentlichen der gleiche Stand dieserIndustrie wie nach dem Berichte von Elsner von Gronow (17) 1867zu Paris. Besonders waren hier wieder viele tropische Länder mitzahlreichen Stärkemehlarten erschienen, in der Absicht, ihnen in demconsumtionsfähigen Europa den Absatz anzubahnen und den in denIndustriestaaten vorzugsweise verwendeten Rohstoffen Concurrenz zubieten. So kam wiederholt der Reichthum der Tropen an Stärkemehl-pflanzen zur Anschauung und führte naturgemäss zu der Frage, wes-halb die letzteren bis jetzt noch keinen grösseren Eingang in Europagefunden haben. Dabei dürften wohl nachfolgende Punkte zu berück-sichtigen sein. Viele der tropischen Stärkemehlpflanzen liefern ohneAnwendung von chemischen Agentien kein vollkommen reines Product,sind somit von vornherein von der Benutzung ausgeschlossen. Dieübrigen zu einer Ausbeute geeigneten Species vermögen sich aber nurlangsam Bahn zu brechen, da sowohl die auf dem Continente Europasbenutzte Kartoffel, als auch der in der nordamerikanischen Union ver-wendete Mais billig und in grossen Massen zu beziehen, sodann leichtzu verarbeiten sind und bei einer befriedigenden Ausbeute ein für diemeisten Zwecke brauchbares Fabrikat liefern. In den genannten Län-dern steht in Folge dessen die Stärkemehlfabrikation in -innigem Zu-sammenhänge mit dem landwirthschaftlichen Betriebe, bildet gewisser-maassen dessen Abschluss und wird nur schwierig, nur unter ganzbesonderen Umständen eine andere Richtung annehmen können. InEngland liegen dagegen andere Bedingungen vor; die Lage dieses Lan-des, seine Zollgesetzgebung erleichtern den Bezug ausländischer Stärke-mehlarten oder der zu ihrer Gewinnung dienenden Rohstoffe; fernererheischt seine starke Bevölkerung die Einfuhr derselben. So ist dennder ostindische Reis bereits ein wichtiges Material für die Stärkefabri-kation geworden und damit der Anfang zur Verarbeitung tropischerStärkemehlpflanzen in Europa selbst gemacht.