Section I. Mehl u. Mehlfäbrikate. Die Stärkemehlarten. 175
gebacken u. s. w. eine nicht zu unterschätzende Ausbildung der Fabri-kation dar. So führte Guelfi in Novacchio vortreffliche Biscuits nachenglischem Muster vor, welche er vor etwa zwanzig Jahren in Italieneingeführt haben soll, ferner Ferdinand Paoletti zu Pontedera inToskana ausser verschiedenen Suppenteigen sehr guter Qualität eine reicheAuswahl sehr sorgfältig gearbeiteter Theegebäcke (Bombolotti undBoccöni). Leider war nicht in Erfahrung zu bringen, ob sie nur mit-telst Handarbeit oder wenigstens unter Mithilfe von Maschinen her-gestellt werden, was, nach der grossen Gleichförmigkeit zu schliessen,der Fall zu sein scheint.
Aus Portugal und Spanien waren ebenfalls mehrere recht lobens-werthe Proben von Biscuits eingegangen.
Lebkuchen fanden sich sowohl in der deutschen als auch in derösterreichischen Abtheilung von mehreren Ausstellern vor, ohne zuBemerkungen Veranlassung zu bieten. Ebenso war es mit mehrerenGewürzkuchen, Zuckerbrot und dergleichen, welche den Uebergang derBäckerei zur Conditorei darstellen.
III. Die Stärkemehlarten.
Wie bei allen früheren Weltausstellungen hatte das Stärkemehlauch auf derjenigen zu Wien eine zahlreiche Vertretung gefunden.Da dasselbe theils als Nährstoff in dieser Section, theils als eine in derHauswirthschaft oder Technik massenhaft verwendete Substanz in derGruppe III. (Chemikalien) vorgeführt und beurtheilt wurde, ist eineerschöpfende Besprechung aller hierher gehörigen Einsendungen sowieder dabei zu Tage getretenen Verbesserungen oder Veränderungen inder Fabrikation mit erheblichen Schwierigkeiten verknüpft. Zudembieten dem Berichterstatter über Gruppe III. die nicht minder wichtigenDerivate des Stärkemehls, welche namentlich in der deutschen Abthei-lung vielfach im Vereine mit den Letzteren von denselben Ausstellernzur Anschauung gebracht wurden, hinreichende Veranlassung, es eben-falls in den Kreis der Betrachtung zu ziehen. Unter solchen Verhält-nissen erscheint es zweckmässig, nur hier die als Nahrungsmittel benutz-ten Arten und Fabrikate des Stärkemehls zu berücksichtigen.
Nach den Wahrnehmungen der Jury dieser Section haben in denletzten Jahren keine bedeutenden Fortschritte in technischer Beziehungauf dem Gebiete der Stärkemehlgewinnung stattgefunden, aber es isteine fortschreitende Zunahme der Production und Consumtion in denmeisten Ländern zu constatiren. Als Beleg mögen folgende Angabenvon P. L. Simonds (16), dessen interessanter Abhandlung noch einigeder hier mitgetkeilten statistischen Daten entnommen sind, dienen.