Druckschrift 
1 (1874)
Entstehung
Seite
173
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Section I. Mehl u. Mehlfabrikate.

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vor Allem die in einem besonderen Pavillon untergebrachte Collectiv-ausstellung von acht Wiener Bäckern hervor. Unter Leitung des Jury-mitgliedes und Hofbäckers Roman Uhl wurden hier die mannigfalti-gen Wiener Gebäcke bereitet und verkauft. Sie bewährten wie 1867in Paris den alten wohlbegründeten Ruf der Wiener Bäckerei, dernicht allein den ausgezeichneten Hochmehlen sowie der Verwendungeiner vorzüglichen Hefe, sondern auch einem intelligenten Streben zuverdanken ist, wie namentlich aus dem interessanten Ueberblick derEntwickelung dieses für Wien charakteristischen Gewerbes in den letz-ten 100 Jahren, von Roman Uhl verfasst (14), hervorgeht. Danachdatirt sich der Aufschwung der Luxusbäckerei in Wien von dem Zeit-punkte ihrer vollständigen Freigebung. Besonders trug aber dazu beidie Verwendung der billigen obergährigen Bierhefe, an Stelle des früherals Gährmittel benutzten Zeugs, bereitet aus altem Teige unter Zusatzeines Hopfenauszugs. Dieselbe erhöhete den Wohlgeschmack, fördertedamit den Consum der Luxusgebäcke in hohem Grade, so dass sieauch bei den ordinären Bäckereien von 1817 an angewendet wurdeund mit Beginn der vierziger Jahre das Zeug vollständig verdrängthatte. Als nun die dortigen Brauereien zur Erzeugung von untergäh-rigem Bier übergingen, waren die Bäcker auf die Beschaffung einesanderen Gährmittels angewiesen, weil die dabei erhaltene Hefe ihrerunzuverlässigen Wirkung, ihrer schwarzen Farbe und ihres bitterenGeschmackes wegen, nicht verwendet werden konnte. Sie schriebenzu dem Ende einen Preis aus, dessen Aufgabe 1847 Ignatz Mautnerzu St. Marx durch die Herstellung seiner Getreidepresshefe vollkom-men löste.

Die Periode von 1848 bis 1865 ist durch die Bestrebungen zuVerbesserungen der Backöfen und Einführung der Knetmaschinenbemerkenswert!!, dieselben erzielten jedoch keinen allseitig befriedigen-den Erfolg. Dagegen leistete die 1865 von C. Hailfinger erfundeneTeigtheilungsmaschine, welche bald in den meisten Backstuben WiensEingang fand, sehr werthvolle Dienste.

Die Fabrikation von Zwieback, von den jetzt als Nachtisch oderals Theegebäck so beliebten Biscuits vertraten zwei grosse englischeFirmen in wirklich glänzender Weise. Sie bewiesen, dass sich dieserIndustriezweig in England zu dem Grossbetrieb entwickelt hat, wäh-rend er in den anderen Ländern noch nicht zur vollständigen Selbst-ständigkeit gelangt ist, sondern nur als Nebengewerbe betrieben wird.In diesem Stande kann man ihn als Vorläufer der Brotfabrikation imgrossen Maassstabe ansehen, denn sicherlich fördert die bei ihm ein-geführte Maschinenarbeit auch deren so nothwendige Benutzung beider Bereitung der ordinären wohlfeileren Backwaaren.

In erster Linie ist das grosse Haus Iluntley u. Palmers zu Lon-don und Reading zu nennen. Nach den Angaben seines Vertreters