Section I. Melil u. Mehlfabrikate. Die Mahlproducte. 167
ges Eoggenmehl vor, obgleich er nur 50 Proc. davon zieht und den Rück-stand zu Brennereizwecken verwendet. Die in Frankreich gebräuchli-chen, zum Theil den deutschen Graupen sehr verwandten Suppensachenfanden dagegen eine ausgezeichnete Vertretung durch das in diesemFache sehr renommirte Haus Groult in Paris, dessen Chef als. Mit-glied der Jury fungirte. Sie waren von ihm in reicher Auswahl, vor-züglicher Beschaffenheit und schöner Ausstattung ausgestellt. Beson-ders fiel unter ihnen ein Maisgries auf, welcher neu zu sein schien.Dieses Etablissement ist ausserdem durch seine grosse Fürsorge für dievon ihm zahlreich beschäftigten mittellosen jungen Mädchen bemer-kenswerte
Die von 26 Ausstellern aus Algier eingesendeten Mahlproducteergaben sehr befriedigende Resultate. Obgleich der als vorzüglichesRohmaterial bekannte harte Weizen der Colonie die Verarbeitung we-sentlich erleichtert, so muss man doch auf Grundlage der zum Theilvorzüglichen Proben zugestehen, dass die Mühlen in Algier ihn sehrgut zu verarbeiten wissen, was sich schon 1862 zu London (9) ge-zeigt hat.
Die theils aus hartem, theils aus mildem Weizen hergestelltenGriese und Mehle waren durchschnittlich schön, besonders zeichnetensich hier sechs Aussteller aus, darunter das Haus Peter ’Lavie u. Comp,zu Constantine, welches zuerst die Vermahlung des harten Weizensdort eingeführt hat. Die Griese derselben fielen durchsehr gleichmäs-sige Körnung auf und zeigten .sich höchst sauber geputzt. Die grobenSorten aus hartem Weizen dienen zur Bereitung des öouscoussou; siekosten per Kilogramm 1 Franken bei normalen Getreidepreisen. Dieaus dem gleichen Rohmaterial hergestellten Mehle sind für die Fabri-kation von Teigwaaren vorzüglich geeignet, so dass sie für diesenIndustriezweig sowohl in der Colonie als auch in Frankreich eine grosseBedeutung erlangt haben.
Damit steht die erfreuliche Zunahme der Mehlausfuhr Algiers inden letzten Jahren im Zusammenhang. Dieselbe belief sich 1868 auf4 234 000 Kg, 1870 (Kriegsjahr) auf 29 731 000 Kg und 1872 auf10 108 000 Kg. Die eine Hälfte dieses Quantums geht nach französi-schen Häfen, die andere in das Ausland.
Keine der in Wien vertretenen, meistens von Einwanderern betrie-benen, Mühlen Algiers theilte Betriebsresultate mit, nur in dem Spe-cialkatalog findet sich eine derartige Angabe vor, welche im Wesent-lichen mit der von Elsner von Gronow (10) veröffentlichten über-einstimmt.
Aus Cochihchina war geschälter Reis in mehreren Sorten, sowiedaraus gewonnenes Mehl eingesendet worden. Der erstere wies einemittelmässige Bearbeitung auf, so dass er nur als wichtiger Ausfuhr-artikel dieses Landes Erwähnung verdient. Die Colonie besitzt nach