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1 (1874)
Entstehung
Seite
165
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Section I. Melil u. Mehlfabrikate. Die Mahlproducte. 165

Kleien.15*25 Proo.

Wicken u. dgl. . . 2'25 ,,

Verlust.2'60

Tadellos erwiesen sich dagegen die Maismehle und Griese vonV. Tellini in Pisa sowie die Kastanienmehle von zwei Ausstellern.

Aus solchen Kesultaten muss man folgern, dass die Mehlfabrikationin Italien im Vergleiche zu derjenigen Mitteleuropas etwas zurücksteht.Leicht erklärlich ist dies durch die dort bestehende Mahlsteuer, derenBetrag bekanntlich nach der Zeit oder der Anzahl der Umdrehungendes Läufers bemessen wird. Mag dieselbe auch die Herstellung feinerMehle gestatten, so verhindert sie doch das sorgfältige Ausmahlen derKleien und bedingt damit ohne Zweifel einen grossen wirthschaftlichenNachtheil.

Sehr befriedigende Leistungen wiesen die durch 23 Ausstellervertretenen Reisschälmühlen auf; sowohl die reine Schälung als auchdie lobenswerthe Politur zeugten von einer vorzüglichen Zurichtung.Unter den von 11 bis 12 Ausstellern eingesendeten Proben bessererQualität zeichneten sich namentlich diejenigen des sehr bedeutendenEtablissements von Gebrüder Monari in Bologna aus, welche jährlich300 000 Franken in Reis und zwei Millionen Franken in Mehl Um-schlagen. Ebenso hatten Ant. Casoni in Bologna und R. Ferrariniund Bruder zu Formigine (Modena) prima Waare gesendet, bestehendin Carolina, chinesischen und novaresischen Sorten, alle durchscheinend,schön glänzend und mit unverletzter Form des Korns.

Bei diesen Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass in Italien dereinheimische Reis in frischem Zustande zur Verarbeitung gelangt; somitnicht die Schwierigkeiten beim Schälen und Poliren verursacht, wieder ein Jahr alte ostindische in den deutschen Mühlen.

Da bis jetzt in der deutschen Literatur über die in den bes-seren italienischen Mühlen gebräuchliche Bearbeitung des Reises wenigzu finden ist, so mögen hier einige Angaben darüber, unter Hinweisungauf Rühlmanns Beschreibung der deutschen Reismühlen (8), Aufnahmefinden.

Nachdem das Rohmaterial behufs seiner Reinigung einen Staub-und Schmutzcylinder passirt hat, gelangt es auf zwei Graupengänge,von welchen der eine Steine aus einem Material von geringer Härtebesitzt und der zweite mit.Korkholz auf den Mahlflächen versehen ist.Es folgt nun eine Bürstenmaschine und schliesslich eine Reibmühle zumPoliren. Die letztere stellt ein rundes Bassin dar, dessen Boden ausSandsteinen hergerichtet ist, während seine Wände aus Holz, Eisenblechoder Gusseisen bestehen. In seiner Axe dreht sich eine verticale Wellemit einem verstellbaren massiven Klotz und zwei horizontalen Armen,an welchen zwei steinerne Ringe von je 10 bis 20 cm Dicke, 30 bis 35 cmBreite, 1*25 m Durchmesser mittelst eines Gerippes aus Gusseisen oder,