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1 (1874)
Entstehung
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159
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Section I. Mehl u. Melilfabrikate. Die Malilproclucte. 159

verwendete Marktgries, der 1810 bis naeli Berlin abgesetzt wurde, derAusgangspunct einer Epoche machenden Mahlmethode.

Deutsches Reich. Nicht ohne ein gewisses Zögern, nicht ohneBefürchtungen entschlossen sich viele deutsche Müller die Wiener Aus-stellung zu beschicken. Sie glaubten, ihre Fabrikate würden gegen-über der ausgezeichneten Qualität der Mehle ihrer Coneurrenten ausOesterreich-Ungarn bedeutend zurückstehen, vielleicht sogar eine un-günstige Beurtheilung erfahren und desshalb zweckmässiger fern bleibenvon dem Lande, welches keinen Markt für sie bietet. Der um dieFörderung des Mühlwesens hoch verdiente Vorstand des Verbandesdeutscher Müller belehrte sie aber eines Bessern, er widerlegteihre verschiedenen Einwände durch Hinweis auf die Bedeutung der inter-nationalen Ausstellungen als Weltmärkte und brachte eine Collectiv-ausstellung zu Wege, welche weniger durch ihre Ausstattung (wegenMangels an Raum) als durch ihre dabei zu Tage getretene Leistungenebenbürtig derjenigen Ungarns und Oesterreichs zur Seite stand. Sieumfasste die Mahlproducte von 53 Mühlen, war nach den Mahlverfahrenganz übersichtlich geordnet und brachte in recht zweckmässiger Weisedie Leistungen der Aussteller zur Anschauung. 26 Müller vertratendarin die Flach-, 18 die Halbhoch-, 8 die Hochmüllerei und 12 dieFabrikation von Graupen und geschälten Früchten. Ihnen schlossensich noch etwa 9 bis 11 Firmen an, welche theils Hoch- theils Flach-mehle und namentlich Graupen, geschälte Früchte und Reis eingesendethatten. So zeigte sich auch in Wien, dass die Flachmüllerei in Deutsch-land und besonders in dessen nördlichem Theile die vorherrschende ist,und es gab dieser Umstand wiederholt Veranlassung, über die ihm zuGrunde liegenden Bedingungen zu discutiren. Man wies einerseitsauf die unzweifelhaft geringere Qualität der Mehle dieser Methode hin,auf die Möglichkeit, auch den milden Weizen Norddeutschlands zurHochmüllerei verwenden zu können, schliesslich auf deren Verbreitungin Süd-, und in manchen Theilen von Norddeutschland. Anderseitswurde geltend gemacht, dass immerhin im Vergleiche zu dem hartenWeizen aus Ungarn u. s. w. der norddeutsche sich, zur Verarbeitungnach der Hochmüllerei weniger eignet, dass überall, wo dieses Verfahrenbenutzt wird, harter Weizen, sei es einheimischer oder eingeführter,das Rohmaterial abgiebt und diejenigen Mühlen, welche die Hoch-müllerei betreiben, dazu gewissermassen durch den billigen Bezug desungarischen Weizens gezwungen wurden. Man wiess ferner auf dieimmerhin höhern Betriebskosten des letztgenannten, gegenüber demVerfahren der Flachmüllerei hin; auf die in Preussen bestehende Mahl-steuer, deren hohen Betrag von l 1 / 3 Thaler per Centner die geringemSorten von Hochmehlen nicht zu tragen vermögen. Unter diesen Ver-hältnissen besitzt sicherlich die Flachmüllerei immerhin noch eine ge-