Druckschrift 
1 (1874)
Entstehung
Seite
158
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158 . Gruppe IV. Nalirungs- und Genussmittel etc.

vortreffliche Weizenmehle eingesendet, ferner Polenta, Mehl von Hülse-früchten u. s. w. Von ihnen darf nicht unerwähnt bleiben die FirmaGebrüder Löwenfeld & Hofmann zu Kleinmünchen bei Linz, welcheihren prächtigen Fabrikaten nach Kick (3) nachstehende Betriebs-resultate beigefügt hatte. Dieselbe stellte dar aus 500 ZollqentnernWeizen von einem Effectivgewicht von 83 bis 84 Wiener Pfund perMetze

41 Proc. Auszugsmehle,

38 mittlere und ordinaire Mehle,

18 Kleien,

3 Verlust.

Aus Roggen erhielt sie 67 Proc. Mehl, 31 Proc. Kleien und 2 Proc.Verstaubung; aus Mais 80 Proc. Gries und Polenta, 12 Proc. Mehl,6 Proc. Kleien mit 2 Proc. Verlust.

Von den Graupen sind nur die beachtenswerthen Reisimitationenaus Gerste von A. Dydusiak zu Pekowice in Galizien zu erwähnen.

Zum Schlüsse mögen hier noch einige geschichtliche Notizen überdie Wiener Hochmüllerei Aufnahme finden, welche der tüchtige Kennerdieser Industrie, Hofbäcker Roman Uhl in Wien (4), mitgetheilt hat.Demnach war Ignaz Pauer, gestorben am 6. September 1842 zuLichtenwörth bei Wien im Alter von 64 Jahren, der Erfinder dieserMahlmethode. Im Jahre 1810 erwarb derselbe eine grössere Mühle inLeobersdorf und kam bald auf den Gedanken, den sogenannten Markt-gries, welcher damals in den dortigen Mühlen durch Sortiren der grö-beren Theilchen des geschrotenen Weizens mittelst Handsiebe dargestelltund nicht auf Mehl verarbeitet, sondern verkauft wurde, zur Mehlfabri-kation zu benutzen. Bei seinen Versuchen erhielt er so das schöne,noch heute als Auszug bezeichnete Product, und fand damit so grossenBeifall bei den Bäckern Wiens, dass die seither übliche Methode derHerstellung des Marktgrieses nicht ausreichte. Derselbe musste jetztin grösseren Mengen, nicht mehr als Nebenproduct gewonnen und seineTrennung von Mehl und Kleie mittelst Handsiebe als zu umständlich,als zu zeitraubend verlassen werden. Es gelang bald, ihn durch Iloch-schroten herzustellen, und durch den im Vereine mit TischlermeisterWinter in Leobersdorf construirten, an dem Beutelgeschirre ange-brachten Absäuberer zu reinigen. Ziemlich gleichzeitig entstand auchdie erste doppelte Griesputzmaschine, deren Princip, den Gries von derKleie mittelst eines Luftstroms zu sondern, noch den heutigen Apparatendieser Art zu Grunde liegt. Als 1814 oder 1815 der Banater Weizenin den Wiener Mühlen zur Verarbeitung kam, fand das VerfahrenPauers bald Eingang in der dortigen Gegend und in den zwanzigerJahren vollzog sich der Uebergang von der Flach- zur Hockmüllereivollständig. So wurde der ursprünglich nur zu Suppen, Mehlspeisen